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Vertragsarbeiter

Christina Werner

Das Fotobuch „Vertragsarbeiter“ zeigt Fotografien ehemaliger Wohnheime und Archivmaterial das in Beziehung zu den Wohnheimen steht. DDR-Vertragsarbeiter wurden ausschließlich in Wohnheimen untergebracht.

Ein Leben in einer eigenständigen Wohnung wurde Ihnen nicht gestattet. Laut völkerrechtlichen Vereinbarungen standen ihnen in den Wohnheimen mind. 5 Quadratmeter Wohnfläche zu. Die kollektiv organisierte Unterbringung und Versorgung bedeutete zwar einerseits, daß die ausländischen Arbeiter und Arbeiterinnen z.B. nicht  um knappe Wohnungen konkurrieren mußten, andererseits war damit auch eine gewisse Isolation von der einheimischen Bevölkerung gegeben, zumal die Wohnungen vielfach am Rande der Städte lagen.

Ich habe die ehemaligen Wohnheime fotografiert, da die Unterkunft/Wohnung eine zentrale Rolle in der „Fremde“ einnimmt. Es ist der Ort wo man Heimat erlangen will (vgl. Vilem Flusser „Wohnung beziehen in der Heimatlosigkeit)
In der Fremde ist es wichtig Orte zu haben, welche einem eine Alltäglichkeit und eine Selbstverständlichkeit des Daseins  ermöglichen - ein Netz von vertrauten Dingen, die durch die Wiederholung des Gewohnten eine Art Geborgenheit schaffen. Dies kann allein schon der vertraute Blick auf das Wohnheim, die umgebende Straße etc. sein. Die Fotografien sind aus einer alltäglichen Sicht fotografiert.

Von allen RGW-Ländern (= Rat für gegenseitige Wirtschaftshilfe) beschäftigte die DDR mit Abstand die größte Zahl ausländischer Arbeitskräfte. Zwischen 1966 und 1989 warb die DDR rund 500.000 Arbeitskräfte aus Vietnam, Polen, Mosambik, Ungarn und anderen Staaten an.

Vertragsarbeiter, 2009
Schweizer Broschure, Eigenverlag
Format: 18,5 x26,3 cm
Digitaldruck
Auflage: 10 Stück