Travel Light

Max Boehme, Mara Mattuschka, Osama Zatar, Anthony Wagner, Jonathan Quinn, Claudia Schumann, Fraz Graf, Lukas Pusch, Florian Nährer, Dirk Meinzer, Astrid Bartl, Gunter Damisch, Max Schaffer, Albin Ray, Hubert Schmalix, Arianna Fleur, Nives Widauer, Martin
VZ
Wenn vom Reisen die Rede ist, dann spricht man gewöhnlich von einer Reise an einen anderen Ort. Oft scheint es, wenn vom Reisen die Rede ist, dass man immer schon da war an diesem anderen Ort. Der andere Ort wird oft in der eigenen Sprache beschrieben. Das Reisen an sich bleibt oft unerwähnt, wird verschwiegen. Diese Verschwiegenheit mag damit zu tun haben, dass das Reisen selbst ein Medium ist, Das Flugzeug, die Schiene, das Überseekabel, das Pferd, das Internet: sie alle vermitteln uns Zeit und Raum zwischen Nähe und Ferne. Es sind Medien des Reisens und sie stehen als Vermittler von unterschiedlichsten Ereignissen und Phänomenen. Wer sagt, dass das Reisen ein Ankommen ist? Es ist die Mehrheit, die so spricht und die kein Interesse am Reisen, sondern vielmehr am Ankommen hat.

Travel  Light – das ist eine Vorstellung davon, nicht ankommen zu müssen, sondern unterwegs zu sein. Für diese am Reisen interessierte Haltung geht es nicht darum, auf möglichst schnelle und bequeme Weise anzukommen, sondern sich in den Zwischenräumen aufzuhalten.

Travel Light vermeidet Gegenstrategien und alternative Ort – also nicht wieder Ankommen im wildromantischen u-toops, wo die Fremde immer (noch) intakt ist. Dieser „Aufenthalt“ in den Zwischenräumen von Nähe und Ferne kennt kein eigentliches Ziel. Wer hier reist, sich hin und her bewegt, der ist nie ganz bei sich, aber auch nicht außer sich, weil es ein Reisen in einer gelassenen Unterschiedenheit ist, Travel Light eben.

 

Quelle: Buchinhalt, Ramon Reichert

 

Anlässlich der gleichnamigen Ausstellung am Mayerhof am 20. August 2011 entstanden.