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Springerin Band XVI Heft 3 /2010

Verein "Springerin" (Hg.)
Rechte Ränder
Rechte Ränder in der Gegenwartskunst? Ein unausgesprochener Konsens besteht darin, dass ein Gutteil der zeitgenössischen Kunst dem linken oder linksliberalen politischen Spektrum zuzurechnen ist. Wie aber ist es um die rechten politischen Ränder bestellt?

Rechte Ränder in der Gegenwartskunst? Ein unausgesprochener Konsens besteht darin, dass ein Gutteil der zeitgenössischen Kunst dem linken oder linksliberalen politischen Spektrum zuzurechnen ist. Zwar halten sich parteipolitische Vereinnahmungen seit geraumer Zeit in Grenzen, doch scheint eine stille Übereinkunft nach wie vor darin zu liegen, dass die Kunst der Beförderung einer aufgeklärten Gesellschaft dienlich ist. Oder, so sie dies nicht faktisch tut, doch eine offenere, veränderte Gesellschaft in Aussicht zu stellen.
Wie aber ist es um die rechten politischen Ränder bestellt? Um jene Ideologien, denen die Erhaltung traditioneller Werte und Ordnungsvorstellungen mehr am Herzen liegt als der Ruf nach Demokratisierung, nach mehr Gleichheit und Gerechtigkeit? Das rechte politische Spektrum erhält im Gefolge von Asyl-, Werte- und Sozialdebatten seit Jahren alarmierenden Zulauf, und dennoch – ein Paradox der heutigen Zeit – scheinen liberal orientierte Kunst und Kultur dieser Entwicklung hilflos gegenüberzustehen. Warum tut sich eine Kunstpraxis, die einem demokratischen Grundverständnis verpflichtet ist, so schwer, sich eingehender auf rechtspopulistische Tendenzen einzulassen, ja diese an ihren Wurzeln zu erfassen? Welche Verständnis- und Berührungsängste bestehen im Hinblick auf eine »vox populi«, die sich häufig alles andere denn weltoffen oder politisch liberal ausnimmt? Welche künstlerischen Methoden sind vorstellbar, um einem allgemeinen Rechtsruck entgegenzuwirken?

Sprache: Deutsch