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Springerin - Band XVII Heft 2/2011

Verein "Springerin" (Hg.)
Nicht integriert
Die Ausgabe »Nicht integriert« fragt danach, wie sich kulturelle Differenz und Debatten um Zuwanderung, Asyl und Migration – nach 40 Jahren Postmoderne – denken lässt, ohne sie auf assimilatorische Belange zu verkürzen.
Debatten um Zuwanderung, Asyl und Migration gewinnen europaweit an Brisanz. Kaum ein anderes Thema führt momentan in der gesellschaftlich-kulturellen Auseinandersetzung zu derartigen Polarisierungen wie dieses. Auf der einen Seite stehen dabei reflexhafte Ressentiments und Abwehrreaktionen, die sich in den Wahlergebnissen vieler Länder niederschlagen. Auf der anderen Seite erleben wir ein nahezu hilflos gewordenes Zelebrieren von Multikultur, das inzwischen von höchsten politischen Stellen eine Absage erfährt. Selten jedoch sind in der anhaltenden Diskussion stärkere, tragfähigere, ja ins Positive gewendete Konzepte zu vernehmen, die über das bloße Abfeiern von Diversität hinausgehen.
Ein neuralgischer Punkt des ganzen Komplexes scheint darin zu liegen, dass selbst in aufgeschlosseneren politischen Lagern das Thema häufig auf die Aspekte Integration bzw. Assimilation reduziert wird. An diesem Punkt setzt auch die vorliegende Ausgabe an und wirft eine Reihe von Fragen auf, die sich quer durch die Terrains des Politischen, Sozialen, Kulturellen und im engeren Sinne Künstlerischen ziehen: Was genau meint man, wenn vom Wunschbild »gut integrierter MigrantInnen« die Rede ist? Worauf zielt die weithin erhobene Forderung nach Integrationsbereitschaft? Wird damit einzig die sprachliche Angliederung an die Mehrheitsgesellschaft verlangt oder sind damit noch weitreichendere Anliegen impliziert? Kann die Forderung nach Integration überhaupt ein legitimer Anspruch sein angesichts weltweit zunehmend durchmischter Sozietäten – eine Entwicklung, die kaum vor einem Nationalstaat haltmacht?
 
Sprache: Deutsch