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Springerin Band XVI Heft 4 / 2010

Verein "Springerin" (Hg.)
Politisches Design
Ausgehend von den Transformationen, die in den letzten 30 Jahren in Osteuropa stattgefunden haben, versucht »Politisches Design« die Relevanz und die Bandbreite von Logos, Postern, Flugblättern und anderen Medien zu entwerfen und deren Design-Aspekts nachzuzeichnen.

Politische Umbrüche und Systemwechsel sind in den letzten Jahren zu Herzstücken der Erinnerungskultur geworden. »Magische« historische Daten wie 1989 geben in regelmäßigen Abständen Anlass, das Geschehene aus der Perspektive der Überlebenden, oft auch mit einer gewissen Siegermentalität, zu kommentieren. Die Memoiren von PolitikerInnen und SystemgewinnerInnen stellen dabei häufig in den Schatten, was sich auf der Ebene des Alltagslebens als zäher, langwieriger Prozess des Übergangs (mit ungewissem Ende) darstellt.
Was bislang ebenso häufig übersehen wurde, ist die Rolle, die eine bestimmte Art von »politischem Design«, sei es von Logos, Postern und Flugblättern bis hin zu Fahnen, Druckschriften und anderen Medien, bei solchen Systemveränderungen spielte. Dieses Segment grafischer Alltagskultur in den Mittelpunkt des aktiven Erinnerns zu rücken, ist längst überfällig und stellt eine wichtige Ergänzung kritisch-materialistischer Umbruchsgeschichte dar. Ausgehend von den Transformationen, die in den letzten 30 Jahren in Osteuropa stattgefunden haben, versucht diese Ausgabe, die Relevanz und Bandbreite von »politischem Design« nachzuzeichnen. Der Fokus erstreckt sich neben Osteuropa auch auf den süd- und südostasiatischen Raum, wobei die Art von Mobilisierung im Mittelpunkt steht, die eine spezifische Designsprache für politische Bewegungen, auch neueren Datums, zu leisten imstande ist.
Die Idee zu diesem Themenschwerpunkt stammte ursprünglich von Keiko Sei, deren konzeptuelle, vermittelnde, schreiberische und kuratorische Tätigkeit nicht nur zentral in dieses Heft eingeflossen ist, sondern auch den Ausschlag zu einer Ausstellungsreihe gab, die das Thema auf praktischer Ebene fortführt. »Re-Designing the East«, so der Titel der Ausstellungsreihe, entspringt einer Kooperation zwischen dem Württembergischen Kunstverein in Stuttgart, der Trafó Gallery in Budapest, dem WYSPA Institute of Art in Danzig und dem Total Museum in Seoul. In all diesen Institutionen wird ab Herbst 2010 zu sehen sein, was die Beiträge dieser Ausgabe ausschnitthaft wie paradigmatisch abhandeln.

Sprache: Deutsch