Screen, Erik Göngrich

Erik Göngrich
KEYwording
Mit Filmvorschlägen von Alexander Boldt, Hans-Joachim Fetzer, Anna Hoffmann, Gesa Knolle, Birgit Kohler, Angelika Ramlow, Markus Ruff, Stefanie Schulte Strathaus, Uli Ziemons.
Das Licht geht aus, das Kino wird dunkel, ein Film beginnt. Eine weiße Fläche strahlt Licht zurück und macht Bilder sichtbar. Diese weiße Fläche und die Situation des Schauens wird seit dem Beginn des Kinos perfektioniert: Glasfaser ersetzt Bauwolle oder Leinen und der Raum verschwindet zunehmend. Doch oft ist ein Screen auch heute noch ein Stück Stoff oder eine Hauswand. Ein eigenes Kino wird rasch gebaut, man improvisiert. (Deutsch)

Der Künstler Erik Göngrich fotografiert seit Mitte der 1990er Jahren auf seinen Reisen um die Welt. Dabei entstand auch ein Archiv von Fotografien, die unterschiedliche Nutzungen, Interventionen und Situationen im gebauten Raum zeigen. Die normalerweise als Vorlage für Zeichnungen, Referenzen für Aktionen, Bücher und Installationen gemachten Fotografien werden zu Schauplätzen imaginärer Filmveranstaltungen. Wäschestücke, Brandwände oder Werbetafeln werden zu Orten, an denen man sich vorstellen kann, Filme zu sehen, Filme zu zeigen und sich einen Ort temporär und spontan anzueignen. Dinge in Archiven wiederzufinden geschieht auf unterschiedlichen Wegen: Wir finden sie durch Kategorien wie Titel, Autoren, Länder, Schlagwörter und oft auch durch das Wissen der Leute, die mit ihnen arbeiten. Dabei sind Archive aktive Gedächtnisse ihrer Produzentinnen. Und so schleust Screen sich in zwei verschiedene Sammlungen ein: zum einen in das fotografische Archiv des Künstlers Erik Göngrich und zum anderen in das Archiv des Arsenals. Alle Arsenalmitarbeiterinnen wurden eingeladen, einen Film für eine Fotografie aus der Serie der Screens von Erik Göngrich vorzuschlagen. Die Verbindung der beiden Archive produziert so ein imaginäres Filmprogramm, das auf dem intuitiven Wissen seiner Produzentinnen beruht. (Ines Schaber) (Quelle: www.arsenal-berlin.de)