Prix Meret Oppenheim

Konrad Tobler
2008
Der Prix Meret Oppenheim ist ein Versuch, Revisionen im Sinn von Wieder-Sehen, Neu-Sehen anzuregen und bestimmte Werke, Konzepte und Haltungen erneut in den Fokus zu rücken und zur Diskussion zu stellen.

Selbstverständlich entscheidet der Kunstbetrieb - darin eingeschlossen der Kunstmarkt - über Präsenz und Bekanntheit von Kunstwerken und damit von Künstlerinnen und Künstlern. Daran schliessen sich Fragen nach der Qualität automatisch an. Es wäre falsch und allzu einfach zu behaupten, dass eine solche Bekanntheit bloss eine gemachte, gesteuerte und nicht auch vom Werk und seiner Aussage- und Wirkkraft abhängig sei. Aber im rasch rollenden Kunstbetrieb entsprechen Präsenz und Bekanntheit, entspricht das Wahrgenommen-Werden nicht immer und nicht unbedingt der Qualität. Künstlerische Präsenz ist nicht gleichbedeutend mit öffentlicher Präsenz. So gibt es viele Künstlerinnen und Künstler, die eher im Stillen kontinuierlich und konsequent an ihrem Werk arbeiten, dieses weitertreiben und weiterentwickeln - neugierig, fragend, selbstkritisch bleibend. 

Die Urteile von heute sind nicht unbedingt die von morgen. Und die Kunstgeschichte zeigt: Urteile werden immer wieder revidiert, und das zu Recht - weil die Urteile der unmittelbaren Zeitgenossen oft kurzsichtig sein können, weil es - man denke nur an das Gerede vom "Ende der Malerei" - auch immer wieder Zeitgeistiges gibt, das sich im Nachhinein als blosse Verweigerung der Reflexion oder manchmal gar als Geschwätz erweist. 

Sprache: Deutsch