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Performance und Bild. Performance als Bild

Christian Janecke

Die Umorientierung vom "Was" auf das "Wie" eines Tuns hat die Kulturwissenschaften erfasst, und nicht nur sie. Im Windschatten dieser an Performance, Inszenierung und Performativität geknüpften Diskussion hat auch die Performance Art neuerliche Beachtung und Aufwertung erfahren. Der sie kennzeichnende, körperlich aufführende Vollzug erhob sie zum Musterbeispiel dieser Entwicklung – allerdings nur unter Ausblendung jener Momente, die sich schlecht dazu fügen: den Beziehungen, die sie zum Bild oder Bildhaften unterhält. Ihnen widmen sich die Beiträge des Bandes: den älteren lebenden Bildern, ihren jüngeren Adaptionen in der Performance Art und ihren Implikationen für die Akteure und die Darbietung selbst.

 

Performer hantieren mit und vor Bildern. Performances können Mittel zum Zweck resultierender Fotografien sein, oder sie profitieren unverhofft von fotografischer Dokumentation, weil sie im Bild besser aufgehoben sind als bei sich selbst. Gegen solche Allianzen stemmt sich eine seit der Romantik geführte Debatte um die petrifizierende Kraft des Bildes, um die alte Befürchtung, lebendige Darstellung erstarre darin.

 

Herausgegeben und eingeleitet von Christian Janecke.

 

Christian Janecke wurde 1964 in Wuppertal geboren. Er studierte Kunstgeschichte mit den Nebenfächern Philosophie u. Soziologie an den Universitäten in Frankfurt a.M. / Wien / Saarbrücken. Studienbegleitend jobbte er als Kameraassistent beim Saarländischen Rundfunk; die Promotion erfolgte 1993.

Danach war er zunächst Lehrbeauftragter der UdK (damals noch HdK) und FhTW Berlin, dann von 1995-2001 Wiss. Assistent der HfBK Dresden – zeitgleich und danach Lehrbeauftragter u.a. an der AdBK Nürnberg, an der TU Dresden, sowie der Palucca Schule, Hochschule für Künstlerischen Tanz, Dresden. Kleinere Lehraufträge führten ihn zu ZKM u. HfG Karlsruhe, sowie zu INTERFLUGS (UdK), Berlin, Fh Johanneum Graz.