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Özlem Sulak. 05. Fictive Presence



Publikation anlässlich der Ausstellung im Bank Austria Kunstforum, 19.09. - 12.11.2012

(Deutsch/Englisch)

Nach ihrem Aufenthalt als Artist in Residence von KulturKontakt Austria im Frühjahr 2012 zeigt Özlem Sulak (*1979 in Kayseri/Türkei) im Tresor des Bank Austria Kunstforums unter dem Titel „Fictive Presence“ gleichermaßen politische wie persönliche Arbeiten.

Özlem Sulaks Erfahrungen von Heimat und Fremde, von kultureller Identität und Migration, von Sprache und „Fremd“-Sprache bilden den Ausgangspunkt ihrer gleichermaßen politischen wie persönlichen Arbeiten, die sie im Herbst 2012 unter dem Titel „Fictive Presence“ im tresor präsentiert. Das historische Ereignis des dritten türkischen Militärputsches von 1980 und dessen gesellschaftliche und kulturelle Auswirkungen sowie die massive Zensur von Büchern kommen dabei ebenso zur Sprache wie Aspekte ihrer individuellen Lebenssituation als türkische Künstlerin in Westeuropa. Paradoxe Facetten des europäischen Ausländerrechts wie etwa die deutsche „Fiktionsbescheinigung“, ein vorübergehender Aufenthaltstitel, der die Künstlerin über Monate in der Ungewissheit ihrer künftigen Aufenthaltserlaubnis zurückließ, dienen Sulak als Anlass, die Fiktionen von kultureller Identität und territorialen Grenzen zu hinterfragen, die das aktuelle Europa definieren. Im tresor präsentiert Özlem Sulak erstmals „Originalfassung ohne Untertitel“ – eine Videoinstallation in vier Sprachen (Türkisch, Englisch, Deutsch, Französisch), die von der Unmöglichkeit des Übersetzens handelt, und doch von dem großen Potential erzählt, das Sprachenvielfalt und Vielsprachigkeit jenseits der babylonischen Sprachverwirrung bergen.

Özlem Sulak, die am Liverpool Institute of Performing Arts, an der Marmara University in Istanbul, an der Hochschule für Künste in Bremen und an der École nationale superieure des beaux-arts de Lyon studierte, lebt und arbeitet in Paris und Hannover. Sulak stellte u.a. im Kunstverein Hannover(2011, solo), an der Biennale von Lyon (2011) und aktuell an der 4. Internationalen Sinop-Biennale aus; sie nahm an zahlreichen internationalen Filmfestivals teil, u.a. in Toronto (2010), Locarno (2010) und Marseille (2011).

(Quelle: KulturKontakt Austria)