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NO-ISBN

B. Cella, L. Findeisen, A. Blaha (Hg.)

Ein reich illustriertes Buch über Bücher, die aus der Reihe fallen und sich dem internationalen System des Warenaustauschs entziehen.Welche Rolle wird das Selbstverlegen im 21. Jahrhundert spielen? Kann der Druck auf Papier eine Alternative zum elektronischen Austausch darstellen? Wie lässt sich zwischen Subversionsgestus und Neuem Biedermeier unterscheiden?

NO-ISBN – On Self-publishing handelt von Publikationen, die aus der Reihe fallen und sich dem internationalen System des Warenaustauschs entziehen. Ein Register listet 1.800 Veröffentlichungen, sie alle kursieren ohne ISBN, sind auf Papier gedruckt und jüngeren Datums.
Welche Rolle wird das Selbstverlegen im 21. Jahrhundert spielen? Kann der Druck auf Papier eine Alternative zum elektronischen Austausch darstellen? Wie lässt sich zwischen Subversionsgestus und Neuem Biedermeier unterscheiden?
NO-ISBN – On Self-publishing bietet einen Abriss der Mediengeschichte vom Buchdruck des 15. Jahrhunderts bis heute, ein Verzeichnis von Mikro- und Fanzinemessen auf vier Kontinenten und Manifeste der historischen und zeitgenössischen Avantgarden. Dazwischen Texte zum internationalen Boom an Künstlerbüchern, verfasst von Akteuren des Selbstverlegens.
Dieser erste, reich illustrierte Reader gibt allen Interessierten die Möglichkeit an die Hand, sich ein noch unbekanntes Feld zu erschließen. Er erscheint in einer deutschen und einer englischen Ausgabe.

Sprache: Deutsch

Zu den Inhalten

NO-ISBN –Register: Autorenschaft, Titel, Format, Erscheinungsort, Auflage und Seitenzahl; 1800 Titel in alphabetischer Ordnung. Jenseits des internationalen Systems für Warenaustausch geht es um Eskapismus ahoi, Private Armut, Mode in der DDR, die Noosphere II und Essen in den Liedtexten von Prince. Die konkrete Poesie der unfreiwilligen Nachbarschaften.

... more real than art: Wie kommt es zum internationalen Boom an Künstlerbüchern? Welche Rolle spielen dabei Lucy Lippard, Ulisses Carrión oder Dick Higgins? Wohin führt die Kunst des Verhandelns? Was sind Anarchive? Und wer wird die Künstlerbücher der Zukunft machen? Mit einem Motto von Dan Graham - wirklicher als Kunst - im Hinterkopf unterhalten sich Bernhard Cella und Leo Findeisen über NO-ISBN.

Das Ende der Gutenberg-Galaxie - Der erste literarische Salon in Europa entstand parallel zur modernen Oper. Die Grundlagen der US-amerikanischen Verfassung wurden auf über fünfhunderttausend Flugblättern verbreitet. ZineWiki verbindet die Kulturen von Zines und freier Software. Technische und soziokulturelle Meilensteine vom Buchdruck im 15. Jahrhundert bis heute.

Der gedruckte Raum als Erbe der Konzeptkunst behandelt die bis in die 1960er Jahre zurückreichende Tradition, Bücher oder Magazine als Alternative zu Ausstellungsräumen zu begreifen. Dieser Zugang wird in den Kontext von Institutionskritik und dem Interesse der Macher gestellt, ihren Handlungsspielraum zu erweitern.

Faszination Materialität
stellt den hohen Stellenwert handwerklicher und materialer Aspekte für publizierende Künstler der auffallend geringen Bedeutung dieser Themen im kulturwissenschaftlichen Diskurs gegenüber. Anhand von Beispielen aus der philosophischen Tradition und den Cultural Studies werden mögliche Gründe für diese Diskrepanz diskutiert.

Postdigitales Publizieren:
Wie verändern digitale Werkzeuge die Bedingungen für unbekannte Autoren, die einen Zugang zum Publizieren suchen? In der Intermedialität des 21. Jahrhunderts entstehen Hybride zwischen digitalen und gedruckten Medien sowie Projekte, die zwischen Kunst und politischem Aktivismus angesiedelt sind.

NO-ISBN als politische Strategie: Welche Formen politischen Handelns stehen in der Gegenwart offen oder sind adäquat? Nach einer Skizze aktueller Theoriepositionen werden Beispiele verhandelt. Publikationsstrategien gesellschaftlicher Minderheiten, Fankulturen und bildender Kunst zielen auf die Dokumentation von Prozessen, Sichtbarkeit und Identitätsstiftung ab.

Bücher zum Überleben: Unter Extrembedingungen nimmt das Publizieren eine existentielle Dimension an. Historische Beispiele stammen aus der Samizdat-Kultur der Sowjetunion oder der DDR sowie den Publikationspraktiken von Gefangenen.

Vom ungewöhnlichen Leben und unheimlichen Ende von Publish and Be Damned:
Kit Hammonds berichtet von der Entstehung der von ihm mitbegründeten Künstlerinitiative und Messe. Dafür verbindet er den von Derrida entlehnten Begriff des Gespensts mit Friedrich Kittlers Reflexionen über das kulturelle Gedächtnis.

Actually it's quite simple. Artists are people, and people make books:
Unter dem von Lawrence Weiner entlehnten Titel werden über vierzig Kunstbuchmessen in Europa, Amerika und Asien vorgestellt. Eingeleitet durch ein Interview mit Moritz Küng, dem Co-Kurator der Messe Arts Libris Barcelona.

Do you like Mexiko? Diese Gruppe von selbstverlegten Werken vermittelt einen Eindruck von der Drastik des mexikanischen Alltags: Gewalt, Korruption, sexistische Übergriffe. Gabrielle Cram analysiert die mexikanische Fanzine-Kultur autonomer Künstlerinitiativen.

Das Phänomen der Mikroedition. Eine Seidenstraße:
Woher rührt der Boom des Selbstpublizierens unter denen, die im Kunst- und Kulturbereich tätig sind? Viele wünschen sich eine Alternative zum herkömmlichen Kunstbetrieb und artikulieren so ihre emanzipatorischen Agenden, vermutet Sylvie Boulanger.

Raubdruckmetamorphosen – Eine Chronik: In ihrer Arbeit analysiert Sarah Käsmayr sechs in den 70er und 80er Jahren entstandene Raubdrucke von Gabriel Garcia Marquez‘ Roman 'Chronik eines angekündigten Todes'.

UbuWeb will frei sein: In einem offenen Brief legte der Begründer des legendären Online-Archivs Kenneth Goldsmith 2001 die Grundsätze der Plattform für visuelle Dichtung und konkrete Poesie dar.

Once it's done, it's done for all times: Schon seit den 1970er-Jahren setzen Gilbert & George auf Bücher wenn es darum geht, ihre Bilder zu verbreiten und zu erhalten: „Die Werke sind wichtig, nur gehen sie immer wieder im Keller irgendeiner Sammlung verloren. Aber sie leben durch die Bücher.“

Der politische Körper überschreitet seine Grenzen: Fernanda Nogueira beschäftigt sich mit Publikationen, die 1977 in einem politischen Schauprozess gegen den uruguayischen Mail-Art Künstler Clemente Padin als Beweisstücke verwendet wurden.

Gezilla vs. ISIStanbul:
Serhat Köksal (a.k.a. 2/5 bz) spricht im Interview über die von ihm produzierten Fanzines und ihre Verbindung zu türkischen Traditionen der politischen Regimekritik durch Dichter und Musiker.

ISBN oder NO-ISBN, das ist hier die Frage:
Lisa Rosenblatt untersucht in ihrem Text das Selbstpublizieren als feministische Praxis und konstatiert ein Aufweichen der Grenzen zwischen DIY und traditionellem Verlagswesen.

Print on Demand: die Künstler von den Wänden holen: Ein Interview mit Christophe Boutin handelt von der zeitgenössischen Produktion von Künstlerbüchern und der Adaption von Print on Demand für dieses Genre seit dem Anfang des 21. Jahrhunderts.

Die neue Kunst des Büchermachens:
Ulises Carriòn analysierte aus der Perspektive des ehemaligen Schriftstellers und Linguisten die Sprache und Logik der Bilder. Sein klassisches Künstlerbuchmanifest von 1975 wird hier in einer neuen Übersetzung wieder veröffentlicht.

NO-ISBN - Das Anarchiv als Subjekt: Gabrielle Cram beleuchtet die NO-ISBN Sammlung mit Blick auf publizistische Freiräume für Kunstszenen und Subkulturen.
Balkonmanifest – von Constant Dullaart: „Auf dem Balkon fordert die zeitgenössische Kunst ihre kommunikative Souveränität zurück, indem sie ständig an eine Freiheit erinnert, die es einst im Internet gab.“

Vielleicht überleben wir ja doch – Zum Status der Freien Medien im Jahr Snowden 02: Medientheoretiker Leo Findeisen stellt die zeitgenössischen Printkulturen in den Kontext der digitalen Schriften und der Gier nach Kontrolle, die sie erzeugen.