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  • Kunst und Soziale Praxis

Kunst und Soziale Praxis

Hrg.: Elizabeth McGlynn
work in progress
work in progress

Katalogpräsentation und Diskussion von Projekten im Sozialen Raum von StudentInnen der Universität für Angewandte Kunst

„Kein Ort. Nirgends“, so hat die Schriftstellerin Christa Wolf in ihrem gleichnamigen Buch den Zustand einer inneren Entfremdung beschrieben. Was aber, wenn ganz real kein Ort vorhanden ist wo das Leben selbstverständlich verankert werden kann?
Wie diese unterschiedlichen Nicht-Orte zueinander stehen können, haben die StudentInnen in der Auseinandersetzung mit obdachlosen Menschen intensiv erfahren. Die Frage was die Kunst in solchen Umständen ausrichten soll, wo doch die grundlegendsten Bedürfnisse des Lebens nicht erfüllt werden, scheint erstmals eine reine Luxusfrage zu sein. Diese existentielle Situation zwang die StudentInnen dazu, ihr eigenes künstlerisches Selbstverständnis neu zu durchdenken und zu prüfen, was davon in der Kommunikation mit ihrem Gegenüber von Wert sein könnte. Allmählich wurde am ersten Ort des Papiers, des Fotos, des Bildschirmes, oder auch des Computers aus „Utopia: der Nicht.Ort“ ein „Utopia der Noch- Nicht- Orte“.
Vertrauen in die eigene Vorstellungskraft zu gewinnen scheint mir etwas vom Wertvollsten, was künstlerische Prozesse einer existentiell schwierigen Situation entgegenzusetzen haben.

Was geschieht, wenn die Kunst die ihr zugewiesenen Handlungsräume verlässt und in einem anderen sozialen Feld agiert? Was könnte überhaupt die Motivationen für Kunstschaffende sein, sich in dieses Terrain zu begeben und den bekannten Ort der Kunst zu verlassen?
Mit dem Start der Lehrveranstaltung „kunst und soziale praxis“ hat die „Angewandte“ versucht, dieser Entwicklung neuer Berufsfelder in denen sich künstlerische und soziale Anliegen überschneiden in Form eines Praktikums nachzuspüren. Dieser Katalog dokumentiert als Work in Progress unsere Versuche einer vorsichtigen Annäherung zwischen künstlerischer Arbeit und sozialem Raum und thematisiert die neuen Herausforderungen, aber auch Impulse, welche die KunststudentInnen in diesem Feld erwartet.

Elizabeth McGlynn

Elizabeth McGlynn (Hg.), Barbara Putz-Plecko, StudentInnen der Universität für Angewandte Kunst