Add Items to Cart

Jenseits der Exzellenz

Jan Masschelein und Maarten Simons
Eine kleine Morphologie der Welt-Universität
Die Autoren formulieren eine Auffassung der ­öffentlichen Rolle der Universität, die von Kants Idee eines »öffentlichen Gebrauchs der Vernunft« ­an­geregt ist. Dieser ­öffentliche Gebrauch der Vernunft er­fordert ein Ethos des Experimentierens und der aufmerk­samen Sorgfalt sowohl von ›Professoren‹ wie von ›Studenten‹ als den ›Bewohnern‹ der Universität: einer öffentlichen Versammlung, die sich mit Dingen von Belang, ja mit Wahrheitsdingen beschäftigt.

Inwieweit – in welchen Praktiken von ­L­ehre, Forschung und Veröffentlichung – muss die aktuelle ›Netzwerk-Universität‹ demgegenüber als private Maschine betrachtet werden? Weithin regiert ein unternehmerisches Ethos des Gehorsams, das sich vor einem ­Tribunal der Qualität, der Evaluierung und der Akkreditierung verantwortet, im ­Geiste eines ­»Privatgebrauchs« der Vernunft im wahrsten Sinne. Wie ist dies zu vermeiden – und wie ist die Netzwerk-Universität dennoch als ­öffentliche Institution aufrecht­ zu ­erhalten? Es ist an der Zeit zu analysieren, wie das ­derzeitige Streben nach Exzellenz jegliche Ansätze von »öffentlicher Versammlung« im Keim erstickt.

Jan Masschelein, Jg. 1956, Studium der Pädagogik und Philosophie in Leuven und Frankfurt a.M. Professor für Fundamentale Pädagogik an der Universität Leuven seit 1994.