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Inserate / Advertisements

Dieter Roth
1971 / 72
"Das geht da brutal zu auf diesen Seiten, das ist wie ein grosser Schrotthaufen. Da hab ich gedacht, da steck ich so eine kleine Träne noch hinein."

D.R.

(D/Engl.)

 Der Aktions- und Objektkünstler, Dichter und Grafiker Dieter Roth (1930–1998) veröffentlichte im «Anzeiger Stadt Luzern und Umgebung» 1971 und 1972 wöchentlich zweimal kleine Textinserate, die jeweils einen Aphorismus und sein Monogramm enthielten. Umgeben von den Anzeigen des «wahren» Lebens kündeten Sätze wie «Ein guter Anfang ist ein böses Ende», «Eine Träne ist so böse wie ein gutes Wort» und «Zwei Tränen sind besser als fünf Steine» von den surrealen, subversiven Seiten des Daseins.

Die Inhalte der Spruchinserate – einleuchtend und verstörend, höchst poetisch, dann wieder fast agressiv – trafen ins Ziel: Angeblich stifteten sie zu viel Hintersinn für die brave Leserschaft, die von der Redaktion als Begründung herbeigezogen wurde, um die Aktion abzubrechen.