How to Do Things with Art

Dorothea von Hantelmann
Zur Bedeutsamkeit der Performativität von Kunst
»Es gibt kein nicht-performatives Kunstwerk«

Im Anschluss an Austin und Butler stellt Dorothea von Hantelmann die Frage nach der realitätsstiftenden Funktion von Kunstwerken. Sie fasst Performativität als eine in jedem Kunstwerk angelegte Dimension der Wirklichkeitskonstitution auf, die mehr oder minder bewusst in die künstlerische Produktion mit einbezogen werden kann. Was für eine Situation stellt ein Kunstwerk her? Wie situiert es den Betrachter? Welche Konventionen, Ideologien und Bedeutungen prägen die Wahrnehmung eines Kunstwerks im musealen Kontext?


Gerade in jenen Konventionen, die das Kunstwerk und den gesellschaftlichen
Umgang mit ihm prägen, gründet eine auf Gesellschaft bezogene Handlungsmacht der Kunst. In dieser Prämisse liegt der Kern einer gegenüber den Avantgarden neuartigen Konzeption künstlerischen Handelns: Nicht der Konventionsbruch macht das Kunstwerk gesellschaftlich relevant, sondern durch Konventionen ist es das immer schon.


In einer Kombination von kunsthistorischen, sprachtheoretischen und philosophischen Forschungsansätzen untersucht die Autorin, wie Kunstwerke kraft ihrer Einschreibung in Konventionen ›handeln‹. Die Möglichkeiten und Grenzen des gesellschaftlich wirksamen Handelns von Kunstwerken werden dabei anhand von vier künstlerischen Positionen der Gegenwartskunst anschaulich gemacht – James Coleman, Daniel Buren, Tino Sehgal und Jeff Koons.