Get out of my lies

Jochen Gerz
18 Installationen der siebziger Jahre
Die Vorbereitungen für die Wiesbadener Ausstellung von Jochen Gerz, der in letzter Zeit international diskutiert wurde vor allem wegen seiner Projekte im öffentlichen Raum, die teilweise zusammen mit Esther Shalev- Gerz entstanden (die Mahnmale in Hamburg und Saarbrücken, die Internetarbeit The Plural Sculpturem, die Bremer Befragung, das lebende Monument von Biron), haben mehrere Jahre in Anspruch genommen.

Bei den 18 Installationen handelt es sich zum Teil um hier erst zum zweiten Mal installierte Räume, deren in Situ- Aspekt auch heute noch evident scheint. So wird bei diesen Rekonstruktionen mehr als der Raum die Zeit zum Bildrahmen. Entsprechend notwendig war es in einzelnen Fällen, die Architektur der soeben erst wiedereröffneten Museumsräume in das Ausstellungskonzept zu integrieren. Im Ausstellungskatalog sind, abgesehen von einer Ausnahme, alle Installationen in der für Wiesbade realisierten Fassung fotografisch dokumentiert.

Get out of my lies- ein Ausstellungstitel, der dem Spiegelschrift Manuskript zur Installation Come on over to the dark side entstammt. Nicht gemeint, als gäbe es eine Wahrheit neben den lies. Vielmehr vom Künstler in dem Bewußtsein formuliert, daß es dazu keine Wahrheit gibt. Die Wahrheit, von der wir hier reden, ist nicht die, die andere Menschen denuziert. Von daher ist die Lüge die einzige Form, die Wahrheit zu sagen.

Sprache: Deutsch