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Dieter Kleinpeter. Sichtweite


Malerei und Zeichnung auf Leinwand und Papier. 1998 bis 2003
Katalog anlässlich der Ausstellungen im Palais Liechtenstein in Feldkirch, April 2003 und im Kuenburggewölbe in Werfen, Oktober 2003

(Deutsch/Englisch)

Das bisher Errungene, die Qualitäten der Abstraktion, und das neu Hinzugekommene, die Einflussnahmen von Figur und Verfahren, fügen sich zusammen. Man könnte an dieser Stelle über das Verhältnis von Opazität und Transparenz reden, in der Kleinpeter diese hybride Begegnung Wirklichkeit werden läßt. Doch kehren wir zum Ausgangspunkt zurück und umkreisen den Hegelianismus aus Beschränkung und Befreiung, Sinnverlust und Sinngewinn, der damit verbunden ist.
Was ist das Traditionelle und was das Innovative dabei? Mit Greenberg zu reden betreibt Kleinpeter den fundamentalen Backlash; er hat den Weg des Fortschritts verlassen. Mit der Postmoderne zu reden, die allen Progressionstheorien ihre Absage erteilt, hat er sich auf diesen Weg gerade begeben. Das Repertoire jedenfalls ist vielfältiger geworden, und die Aussagen, die sich den Bildern ablesen lassen, sind komplexer geworden, denn sie gestatten keine einfache, lineare Lektüre mehr. So ist es keine Geschmacksfrage, welche der Facetten in diesem sich mehr und mehr akkumulierenden Oeuvre man bevorzugt. Als Zeitgenossen bleibt uns nichts anderes übrig als Kleinpeters Wendung mit aller Wertschätzung zu begegnen. Der Zug weg vom Zeitgeistigen hin zum Zeitgemäßen, von der Schlichtheit zur Auffächerung ist unübersehbar.

-Rainer Metzger

(Quelle: Verlag)