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Die heiligen Kanäle

Erich Hörl

Im letzten Drittel des 19. und in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts kursierten unzählige Vorstellungen über das Denken der Primitiven.

ber die archaische Illusion von Kommunikation

Im letzten Drittel des 19. und in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts kursierten unzählige Vorstellungen über das Denken der Primitiven. Die Ansicht, daß deren Weltbild auf dem Glauben an ein obskures Übertragungsgeschehen heiliger Kräfte basierte, hatte Konjunktur. Diese Spekulationen bildeten den Kern eines Diskurses über das Heilige und das Primitive und durchdrangen das ethnologische und sozialanthropologische Wissen genauso wie die Philosophie und die Soziologie jener Tage. Sie werden hier als Denkbilder entziffert, in denen sich die ganze Unsicherheit einer Zeit ausschrieb, die gerade die große Transformation vom anschaulichen zum symbolischen Denken und von einer alphabetischen zu einer elektromagnetischen Kultur durchlebte.

George Boole und James George Frazer, Emile Durkheim und Marcel Mauss, Cassirer, Lévy-Bruhl, Bataille, Heidegger und Lévi-Strauss sind bedeutende Protagonisten der Geschichte einer Illusion, die der Autor als Geschichte der archaischen Illusion der Kommunikation aufrollt.

Mit »Die heiligen Kanäle« hat Erich Hörl die bis heute ausstehende Archäologie der Begriffe des Heiligen und des Primitiven geschrieben.

 


Inhalt

Erster Teil: Im Schatten der Formalisierung. Eine Geschichte des Denkens 
1. Blindes Denken um 1900. Die Wende vom Anschaulichen zum Symbolischen 
2. Das Symbolische und die Kommunikation. Die Krisis des Denkens seit 1850 
3. Das Heilige und die Genealogie des Denkens. Abstieg in den aristotelischen Untergrund

Zweiter Teil: Das Gespenst des Primitiven. Eine Hantologie der Kommunikation 
1. Die Nacht des Menschen. Sein und Erfahrung unter der Bedingung des Undarstellbaren 
2. Das Ende der archaischen Illusion. Kommunikation, Information, Kybernetik