Die andere Stimme

Stanley Cavell
Philosophie und Autobiographie
Philosophie und Autobiographie

 

Eine der bedeutendsten Stimmen der amerikanischen Gegenwartsphilosophie

In den in diesem Band versammelten drei Essays zieht Stanley Cavell, einer der interessantesten und vielseitigsten Denker der Gegenwart, die Bilanz seines bisherigen Lebens und Denkens, angefangen von seiner Auseinandersetzung mit der Philosophie der normalen Sprache, dem Einfluß Emersons und Thoreaus auf das Denken in Nordamerika, der Psychoanalyse, dem Film, der Oper bis zur Analyse des Gewöhnlichen und des Skeptizismus. 

Den Leitfaden der drei Essays bildet die Stimme. Im ersten schildert Cavell, wie er seine eigene Stimme in der Philosophie gefunden hat: Er beschreibt seine Jugend im Milieu jüdischer Einwanderer im Kalifornien der 1930er und 40er Jahre, seine Zeit als Musiker in einer Band, die musikalischen Studien bei Ernest Bloch und schließlich seine Hinwendung zur Philosophie in der Auseinandersetzung mit Ludwig Wittgenstein und im Zusammenhang der persönlichen Begegnung mit J.L. Austin. Im zweiten Kapitel analysiert er die Rolle der Stimme im alten Streit über die Autorität von Metaphysik und Epistemologie anhand der Kontroverse zwischen Derrida und Austin. Im letzten Kapitel untersucht er die Stimme der Frau in der Oper und zeigt mögliche Gefahren auf, die das Erheben der Stimme implizieren kann, woraus er auf eine gender-spezifische Wendung der Skeptizismusproblematik schließt.

»Ich gedenke hier über Philosophie in Zusammenhang mit etwas zu sprechen, das ich die Stimme nenne, womit ich meine, daß ich sowohl über den Ton der Philosophie sprechen werde als auch über mein Recht, diesen Ton anzuschlagen; und ich beabsichtige, mein Reden in noch unbestimmtem Ausmaß anekdotisch zu halten, was mehr oder weniger zu sagen heißt, autobiographisch.«

Franz. Broschur, Fadenheftung