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  • Der Käfig ist auf, und der Zoo zu

Der Käfig ist auf, und der Zoo zu

Andrea van der Straeten (Hg.)

„Das Neue lässt sich nie voraussehen, sondern in der  Dunkelheit des Experimentierens höchstens ertasten.“

Entgrenzen als Handlungsstrategie: Wie in einer Ausstellung treten in diesem Buch die Filme, Videos, Fotografien, Objekte, Rauminstallationen und Performances junger Künstlerinnen und Künstler sowie deren Entstehungsbedingungen, eine recherchierende und reflektierende Praxis, miteinander in Dialog. Sie machen das Dazwischen, die imaginären Grenzen spürbar und ermöglichen einen neuen, kritischen Blick auf das Verhältnis von theoretischer Reflexion und künstlerischer Artikulation, auf das Erforschen im umfassenden Sinne.

Seit im August Tausende Flüchtlinge aus den Kriegsgebieten des Nahen Ostens und Afghanistans sich zu Fuß über die Autobahn von Ungarn auf den Weg nach Österreich machten, bestimmen die Debatten zwischen Zivilgesellschaft und Politik über Würde und Zumutbarkeiten, über Mitmenschlichkeit und Überforderungen unseren Alltag und spiegeln sich in medialen Berichterstattungen, hastig getroffenen Verordnungen und Gesetzen zu den Grenzen des europäischen Raums. Zwei Jahre zuvor haben wir begonnen, uns in einem Studienprojekt mit unterschiedlichen Formen der Grenzen in unserer Gesellschaft und Vorgängen des Entgrenzens auseinanderzusetzen. Bei den ersten Beschreibungen stellten wir fest: Automatische Rechtschreibprogramme verkehren das Wort "entgrenzen" gerne ins Gegenteil: "eingrenzen". Was eine Gesellschaft bevorzugt, drückt sich auch in ihren Regeln zur Verständigung aus. Mittlerweile ist ganz offensichtlich, dass das Eingrenzen wieder richtiger erscheint als das Entgrenzen. Aus Angst, aus berechtigter Vorsicht oder einfach aus Bequemlichkeit?