Add Items to Cart

Das Universelle, das Einförmige, das Gemeinsame und der Dialog zwischen den Kulturen

Francois Jullien

François Jullien (*1951), Philosoph und Sinologe, leitet an der Université Paris-Diderot das Institut de la pensée contemporaine. Er war 2010 Preisträger des Hannah-Arendt- Preises für politisches Denken der Heinrich Böll Stiftung.

 „Wie kann man vom Prinzip der strikten Allgemeingültigkeit übergangslos zum bloßen Postulat der angestrebten Allgemeinverbindlichkeit übergehen? - fragt Jullien. Theorie und Praxis, wird man antworten. Im Spielraum dieser logischen Wackelstelle findet heute die Debatte über Kulturverständigung statt. Julliens Versuch einer Begriffsklärung im Dreieck zwischen logischer Universalität, wirtschaftlicher Uniformität und politisch ausgehandelter Gemeinschaft ist ein nützlicher Beitrag dazu. Das Gemeinsame ist dabei nicht bloß als ein minderwertiges Allgemeines zu verstehen. Es ist eine eigene Größe. Von einer kategorisch gesetzten Allgemeingültigkeit habe die Menschenrechtsdebatte den Akzent - so Julliens These - in Richtung einer konkret angestrebten Gemeinschaft verschoben: Wo das Universelle stockt, macht der Gemeinschaftssinn weiter.“

Joseph Hanimann, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 14.04.2008.