Das Potosí-Prinzip- Wie können wir das Lied des Herrn im fremden Land singen?

Alice Creischer, Max Jorge Hinderer, Andreas Siekmann (Hg)
Koloniale Bildproduktion in der globalen Ökonomie
Potosí ist eine Minenstadt in Bolivien, die im 16. Jahrhundert prächtiger ist als London oder Paris.
Das dort in Zwangsarbeit geförderte Silber trägt entscheidend zur Entwicklung des europäischen Kapitalismus bei. Im Zuge dieser kolonialistisch-ökonomischen Dynamik wird eine Massenproduktion von Bildern nicht nur in Spanien, sondern auch im Vizekönigreich freigesetzt. Die in Das Potosí-Prinzip vorgestellten Werke des „andinen Barocks“ bezeugen, dass kulturelle Hegemonie keine symbolische Größe ist, sondern eine Gewalt.
 
Zeitgenössische Künstler antworten auf die barocken Bilder mit eigenen Arbeiten. Ziel dieses Dialogs ist zu zeigen, dass es Zusammenhänge gibt zwischen der Funktion der Kolonialmalerei und der Funktion, die das Kunstsystem heute übernimmt, um die neuen Eliten der Globalisierung mit Legitimität auszustatten.
 
Sprache: Deutsch