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Das Auge

THOMAS HIRSCHHORN

"Das Auge" ist der Titel meiner Ausstellung in der Secession. "Das Auge" hat nichts zu tun mit Georges Bataille - den ich verehre. Ich will – als Künstler – eine Arbeit machen, die sich in keinem Fall historischen Tatsachen beugt. Mit der Arbeit "Das Auge" will ich diesem Widerstand gegen die Tatsachen eine Form geben.

 Ich will eine Arbeit machen, die sich nicht den Tatsachen beugt und die den historischen Fakten widersteht. Und ich will mit dieser Form eine universelle Wahrheit schaffen.

"Das Auge" widersteht den Tatsachen, es widersteht indem es sieht– indem es nur sieht. Die Ausstellung, die Arbeit "Das Auge" will eine Setzung sein. Eine Setzung ist eine Behauptung der Form gegeben wurde. Die Form dieser Setzung – "Das Auge" – besteht darin, dass "Das Auge" sieht aber "Das Auge" versteht nicht. Niemand muss andererseits "Das Auge" verstehen, niemand muss mit dem "Das Auge" einverstanden sein und niemand muss mit dem "Auge" in Kontakt treten. "Das Auge" sieht,"Das Auge" zeigt, "Das Auge" benennt und "Das Auge" 'ist'. "Das Auge" sieht und es ist da, es sieht und ist dadurch da und es ist da weil es sieht.

Ich will mit der Arbeit "Das Auge" – wie immer – die Konditionen für einen Dialog oder eine Konfrontation schaffen – das ist die Behauptung – und ich will es mit dieser Arbeit auch tun. Ich will es tun dadurch, dass "das Auge" 'nur' sieht. Denn das 'nur' sehen ermöglicht die Öffnung. Die Öffnung für den Anderen, die Öffnung um sich mit der Arbeit zu implizieren. "Das Auge" sieht 'nur' und es bleibt dadurch autonom. Und "Das Auge" besteht darauf zu sehen ohne selbst zu verstehen.

 

D/E