Temporäres Denkmal

Andrea Sommerauer, Franz Wassermann (Hgg.)
Prozesse der Erinnerung
Das "Temporäre Denkmal" setzt den Opfern der NS-Euthanasie ein Erinnerungszeichen.

Jenen 360 Frauen, Männern und Kindern, die zwischen 1940 und 1942 aus der damaligen "Heil- und Pflegeanstalt für Geistes- und Nervenkranke" in Hall in Tirol nach Hartheim bzw. Niedernhart deportiert und dort ermordet worden sind.

Seit dem erstmaligen Erscheinen dieses Buches haben sich die "Prozesse der Erinnerung" vielfältig entwickelt: Neue Denkmäler entstanden, Biografien und Erinnerungsstücke von deportierten und ermordeten Menschen wurden gesammelt. Dieses Fortleben des Gedenkens und Aufarbeitens ist in dieser erweiterten Neuausgabe umfassend dokumentiert und dargestellt.Durch ihr Konzept verweisen diese "Prozesse der Erinnerung" auf Gegenwart und Zukunft, indem parteiisch eine Haltung zu den "Euthanasie"-Opfern eingefordert und Ansprüche an die Gesellschaft skizziert werden, die oft genug am Umgang mit "abweichendem Verhalten" zu scheitern drohen. Das "Temporäre Denkmal" provoziert und polarisiert, erzählt Geschichten und entwickelt Bilder; es klärt, weckt Emotionen und wirft mehr Fragen auf, als es Antworten gibt. Es ist ein Kunstwerk: "Es ist nicht das Ziel, ein dauerhaftes Monument zu errichten, in der Hoffnung, das Denkmal würde hinterher schon etwas bewegen. Die Manifestation sollte in den Menschen stattfinden durch die aktive Auseinandersetzung mit Ort, Raum, Zeit." 

 

Sprache: Deutsch