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Malerei nach dem Ende der Malerei. Malerei 2. Biennale Venedig '95

Kunstforum International
Biennale Venedig '95 - Ein Foto-Rundgang; Kunstforum International #131
100 Jahre Biennale Venedig waren für KUNSTFORUM natürlich Anlass, sich mit der 46.Ausgabe der "Mutter aller Biennalen" ein wenig ausführlicher zu befassen...
Bereits im vorangehenden Band 130 (1995) war die Malerei Thema - ein Medium, dem es offenbar nicht gut geht,...

... und sowohl den Leiter der Biennale, Jean Clair, vorzustellen, als auch den Kommissar des deutschen Pavillons, Jean-Christophe Ammann, zu interviewen. Dem im Mittelpunkt der Großausstellung stehenden „Körper des Menschen“ haben Amine Haase und Paolo Bianchi kritische Betrachtungen gewidmet. Fotografisch dokumentiert hat Wolfgang Träger für KUNSTFORUM nicht nur alle Länderpavillons dieser Biennale, sondern auch die Sonderausstellung "Identität & Alterität" sowie die Präsentationen der "Off-Biennale". Neben Werk- und Installationsabbildungen hat er zahlreiche der teilnehmenden Künstler portraitiert.

 

... das aber gleichwohl blüht und gedeiht. Ein Widerspruch? Nach dem Motto "Totgesagte leben länger" reflektiert Johannes Meinhardt über das "Ende der Malerei und Malerei nach dem Ende der Malerei". Das Ende der Malerei kam mit der Moderne. Mit der Erfindung der Fotografie verlor sie ihre Funktion und hinterfragte erstmals die eigenen Parameter: es begann die analytische Arbeit der Malerei an sich selber, ihre Selbst-Destruktion und –Dekonstruktion. Johannes Meinhardt zeichnet in seinem Essay die Entwicklung dieser Selbstanalyse und Selbstkritik nach. Von der radikalen Reduktion auf "letzte Bilder" über die materielle Präsenz monochromer Bildkörper, die Duchamp’schen Strategien, die "dumme Positivität" der Bilder zu sprengen, den Zusammenbruch des Idealismus der Abstraktion bis zu den radikalen "letzten Bildern" von Ad Reinhardt. Mit Robert Ryman und Gerhard Richter stellt er sodann zwei Positionen vor, die aus dieser Negation ihre ureigentliche Kraft schöpfen und die er als "Malerei nach dem Ende der Malerei" bezeichnet. Dem Werk von Gerhard Richter, einem Maler, der an die Macht der Bilder glaubt und Malen ganz einfach für etwas "ganz und gar Lebensnotwendiges" hält, widmet sich Doris von Drathen in einem monographischen Text und Interview. Schließlich kommen drei Ausstellungsmacher zu Wort, die aktuelle Präsentation zur Malerei konzipiert und gezeigt haben und damit die Diskussion über den Ist-Zustand sowie mögliche Zukunftsperspektiven des Mediums erneut angeregt haben: Martin Hentschel, Raimund Stecker und Stephan Schmidt-Wulffen. Zum Thema siehe auch „Geplante Malerei“ (Band 10, 1974) und „Malerei – z.B. Landschaft“ (Band 70, 1984)


Sprache: Deutsch