Add Items to Cart

Drohnenkrieg

Medea Benjamin
Tod aus heiterem Himmel - Morden per Fernbedienung
Sie sind klein wie Insekten oder groß wie ein Passagierflugzeug – die »unmanned aerial vehicles« oder kurz Drohnen genannten neuesten Waffen.

Ob zur Überwachung und Ausspähung oder zum gezielten Töten eingesetzt, die neueste Waffe der Rüstungsindustrie verspricht nicht nur Milliardengewinne in nächster Zukunft, sie wird auch militärische Auseinandersetzungen zwischen Staaten und die sogenannte »Aufstandsbekämpfung« fundamental verändern. Angepriesen als zielgenaue Waffe gegen »Terroristen«, zeigt der Einsatz von Drohnen in Afghanistan, Pakistan, dem Irak und auch in Gaza und den von Israel besetzten Gebieten, dass auch diese Waffe nicht zwischen vermeintlichem Gegner und unschuldigen Zivilisten unterscheidet – bis heute starben rund viertausend Menschen bei Drohnen-Einsätzen die vorgeblich der »Ausschaltung« von Einzeltätern galten.

Die Spezialisten in den klimatisierten Einsatzzentralen der USA und Israels fällen ihre Entscheidung zur Hinrichtung durch Drohnen am Monitor, ihre Kommandostützpunkte sind Hunderte oder Tausende Kilometer vom Zielort der Hellfire-Raketen entfernt. Wer da in einem Basar von Peshawar pulverisiert wird, auf einer staubigen Piste im Gaza-Streifen verbrennt, ob es sich tatsächlich um »den Gegner« oder nur um einen Marktbesucher oder Bauern gehandelt hat, lässt sich anschließend nicht mehr sagen. Die Tötung mit dem Joy-Stick ist jedoch nur die letzte Konsequenz einer Militarisierung des Lebens in unseren Gesellschaften. Dieser Krieg beginnt bei flächendeckender Ausspähung durch Drohnen, minutiöser Dokumentation von Protestaktionen sei es bei Occupy in New York oder Blockupy in Frankfurt. Der Schritt vom Einsatz von Überwachungsdrohnen zu bewaffneten UAVs (unmanned aerial vehicle) – ob mit Raketen, Tränengasgranaten oder Gummigeschossen – wird mit jedem Tag kleiner. Ein Verbot militärischer und polizeilicher Drohnen ist deshalb für uns alle eine Lebensversicherung.

 

Sprache: Deutsch