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Science & Fiction

Barbara von Flüe
Künstlerische Praxis im Dialog mit den Wissenschaften
Science & Fiction möchte zeigen, wie Künstlerinnen und Künstler die Wissenschaft als eine Möglichkeit der Welterklärung von ihrem eigenen Standpunkt aus befragen und reflektieren und ihr die künstlerische Praxis als Modell und Möglichkeit der Wissensproduktion an die Seite stellen.

Die wechselseitige Durchdringung von wissenschaftlichen Erkenntnissen und künstlerischen Produktionsformen hat eine lange Tradition. Während in der frühen Neuzeit mit dem Typus des Künstlers als Universalgelehrter und Ingenieur noch ein tatsächlicher Austausch zwischen den beiden Disziplinen stattfand, haben Kunst und Wissenschaft im Zuge einer fortschreitenden Spezialisierung getrennte Wege eingeschlagen. Diese Trennung scheint heute wieder durchlässiger zu werden: Immer häufiger bedient sich die Wissenschaft Visualisierungsstrategien und bildgebender Verfahren, die auch ästhetischen Kriterien folgen. Umgekehrt greifen Künstlerinnen und Künstler vermehrt auf Denk- und Arbeitsformen der Wissenschaft zurück, um diese für ihre eigene Arbeit fruchtbar zu machen. Vermeintlich statische Systeme des Wissens werden zum Ausgangspunkt für Arbeiten, die sich dieser Systeme bedienen, um sie zu durchbrechen und in Frage zu stellen. Künstlerische Arbeit dreht sich nicht mehr länger nur um das Künstlersubjekt, um Parameter wie Werk, Objekt und Ausstellung, sondern wird in ihrer Verschränkung mit anderen Wissenssystemen und in ihrer Funktion untersucht. Mit Arbeiten von jüngeren Schweizer Kunstschaffenden sowie wichtigen älteren und internationalen Künstlerinnen und Künstlern eröffnen die vorliegende Publikation und die gleichnamige Ausstellung im Kunstmuseum Solothurn eine große Spannweite an unterschiedlichen Herangehensweisen und bieten damit einen Einblick in die Vielfältigkeit des Themas.

Sprache: Deutsch/Englisch