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Jakob Tuggener: Ballnächte

Martin Gasser (Hg.)

Jakob Tuggener, 1904 in Zürich geboren, war gleichzeitig Fotograf, Filmemacher und Maler. Doch vor allem verstand er sich als Künstler. Beeinflusst vom deutschen expressionistischen Film der zwanziger Jahre, entwickelte er einen ausdrucksstarken, poetischen Stil, der nach dem Zweiten Weltkrieg für viele junge Fotografen zum Vorbild wurde.

Für Jakob Tuggener waren schon seit den frühen 1930er Jahren die Bälle im Hotel Baur au Lac, im Grand Hotel Dolder in Zürich und später im Palace Hotel in St. Moritz etwas vom Schönsten und Faszinierendsten, was das Leben zu bieten hatte. Noch lieber als in die Fabrikwelt oder das einfache Landleben tauchte er immer wieder mit seiner Leica in die Welt der Luxushotels ein, angezogen vom Glanz der Pelze und Champagner-Gläser, den juwelenbesetzten Décolletés und der zarten Haut von schönen Frauen. Dabei erhaschte er, meist völlig unbemerkt von den illustren Gästen, Details und Momente, Gesichtsausdrücke und Gesten, die er zu zahlreichen filmisch empfundenen Bildserien und Buchmaquetten mit je über 100 Fotografien verdichtete: Intensive Stimmungsbilder zwischen knisternder Erotik und Einsamkeit, Ausgelassenheit und Erschöpfung, Verrücktheit und Traum.