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Topologien der Malerei

Wolfgang Wirth

Texte von Gürsoy Doğtaş, Gisela Steinlechner und Gabriele Mackert geben differenzierte Einblicke in die Arbeit des österreichischen Künstlers Wolfgang Wirth; in seine komplexe und zugleich subtile Auseinandersetzung mit Fragen der Malerei, die im Medium der Malerei selbst verhandelt werden.
Die grafische Gestaltung des Buches durch Christian Schienerl erzeugt einen assoziativen Bildraum in dem eine große Anzahl von Abbildungen von Arbeiten des Künstlers auf ungewöhnliche Weise verortet werden.
Gürsoy Doğtaş beschäftigt sich in seinem Text "Die Raum-Zeit-Schleife" mit der Werkgruppe Territory, die auf der Basis einer Landkarte aus dem 19. Jahrhundert die aktuelle Lage in Syrien thematisiert. „Die Gegenwart leitet sich nicht allein aus der Vergangenheit ab, nunmehr ist sie von der Zukunft durchdrungen, bevor die Zukunft überhaupt eingetreten ist (Elena Esposito). Wolfgang Wirth bearbeitet in seiner Territory-Serie (2016) solch komplexe Zeithorizonte. Mit den Mitteln der Abstraktion hebelt er kurzfristig die Zeitrichtungen von Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft aus, stellt sie neu zusammen und verschiebt die Blickrichtung vom Subjekt zum Objekt der Imagination.“
Gisela Steinlechners Text "Schauplätze des Sehens" beleuchtet Aspekte wie Wahrnehmung und Sichtbarkeit im Kontext der Arbeiten von Wolfgang Wirth. „Im Vorgang des Sehens wie des Bildermachens baut eines auf das andere auf, ohne dass man sich dabei auf eindeutige Hierarchien und Abläufe verlassen könnte. Durch welche Tricks es die Linien und Flächen vermögen, eine „Bühne“ für das Erscheinen von Bildern zu erzeugen, ist nicht immer eindeutig auszumachen, ...“
Gabriele Mackert diskutiert in "Karten, Raster, offene Territorien" Wirths Auseinandersetzung mit dem Verhältnis von Landkarten und Landschaftsmalerei und der ihnen zugrundeliegenden physischen Realität. „Im Sinne von Charles S. Pierce sind Karten Indexe. Sie sind übersichtliche, systematische Diagramme samt Legenden, Verweise ohne Ähnlichkeit, referentielle Maßstabsvarianten einer abwesenden Welt. Sie wird zerlegt und in einer Projektion zusammengesetzt. Bei Wirth wird diese Abstraktion von anderen Möglichkeiten überlagert. Er konstruiert Strukturen beziehungsweise variiert er kartenspezifische Bestandteile: Raster, (Projektions-)Netze oder Gitter sowie zweidimensionale Geometrie.“
 
Sprache: Deutsch/Englisch