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Rainer Wölzl


...falls diese Vorstellung beibehalten wird. Zu Samuel Beckett - Der Verwaiser
Mit einem Essay von Gabriel Ramin Schor. Anlässlich der Ausstellungen in der Galerie Tammen & Busch, 1996, Berlin / der Hochschule für angewandte Kunst, Wien und dem Marburger Universitätsmuseum, Mai 1997. Ordentliches, sauberes Exemplar.

Rainer Wölzl hat sich mit Gemälden, Zeichnungen und Skulpturen in die Geschite der ,,Einkerkerungskunst" eingeschrieben, die von Piranesis Carceri, Poes ,,Grube", Kafkas Vor dem Geset, die Käfige von Giacometti und Bacon, Bram van Veldes ,,Zellenbilder", bis hin zu Becketts Verwaiser reicht. Diese Kunst kennt keinen Gott, setzt einen gottlosen Kosmos voraus. Wölzl weiß um die Prämissen dieser Kunst, so hat er Nietzsche, desen ,, Gott is tot" am Anfang der modern Kunst steht, mit einer Zeichnung seine persönliche Reverenz erwiesen. Die absolute Abwesenheit des Absoluten, die Abwesenheit Gottes, war schon das große metaphysische Drama im Zeitalter von Racine und sollte bei Yeats, Kafka, Wallace Stevens und Beckett Fortsetzung finden. Es wurde einmal behauptet, ,,wahre Kunst"setze ,,die Anwesenheit Gottes" voraus - der Stachel braucht nur umgekehrt zu werden, um dem Eigentlichen näher zu kommen: Wahre Kunst setz dei Abwesenheit Gottes voraus.

Rainer Wölzl hat in seinem letzten Zyklus (und seinen Bildern davor) dieser Abwesenheit ihr Recht gegeben - nicht zuletzt deswegen ist seine Kunst eine wahre zu nennen.