Peter Flierl

Peter Flierl
Architekt
In dem Buch sind mehr als 25 Projekte dokumentiert. Der Text von Peter Flierl ist sehr subjektiv. Er erzählt Anekdoten, gibt Einblicke in die weitgehend unbekannte Struktur von Projektierungsbetrieben für den Industriebau in der DDR und spricht von seiner Hoffnung auf die sanfte Gewalt der Vernunft.

Peter Flierl hat Anfang der fünfziger Jahre an der Hochschule für bildende Künste in Berlin-Charlottenburg Architektur studiert und wurde kurz vor seinem Examen exmatrikuliert. Gemeinsam mit anderen Studenten und Professoren hatte er gegen den Generalvertrag protestiert und sich für den Friedensvertrag eingesetzt. Sein Examen holte er in Ost-Berlin nach, in Berlin-Weißensee an der Kunsthochschule und geriet dort schon bald in die ideologischen Auseinandersetzungen um Tradition und Formalismus. Nur im Industriebau - so schien es ihm damals - könne man dem Beruf des Architekten noch unbehelligt nachgehen. Bis 1975 arbeitete Peter Flierl im volkseigenen Betrieb IPRO (Industrieprojektierung) und entwarf dort zahlreiche Industriebetriebe - unter anderem Industrie-, Heiz- und Kern-Kraftwerke, Müllverbrennungsanlage, Bauarbeitergaststätte. Anfang der siebziger Jahre wurde es immer schwerer, architektonische Qualität gegenüber ökonomischen Erwägungen durchzusetzen. Mitte der siebziger Jahre kündigte Peter Flierl und arbeitete bis Ende der achtziger Jahre als Architekt an Projekten im Kulturbereich: Denkmalanlage Marx-Engels-Forum auf dem Alexanderplatz, Rekonstruktion und Umbau der Kammerspiele und des Deutschen Theaters, Auf- und Umbau des Neuen Museums, Denkmalanlage Bertolt Brecht vor dem Berliner Ensemble.

Sprache: Deutsch