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derdiedas bildende ISMEN

Akademie der bildenden Künste Wien
Akademiezeitung N° 3/2015
derdiedas bildende hat Akteur_innen gebeten, zu verschiedenen, auch neuen Ismen zu schreiben, zu diskutieren, zu sprechen:

Postkolonialismus, Antisemitismus, Antiislamismus, Antifeminismus, Homonationalismus, neuem Multikulturalismus, Rassismus. Nehmen wir das Beispiel Antifeminismus: Wer im letzten Jahr die geradezu erbitterte Gegner_innenschaft auch renommierter Persönlichkeiten gegen das sogenannte Binnen-I verfolgt hat, muss die Frage stellen, weshalb hier eine derartige Emotionalisierung Platz greift und wie diese Diskussion mit einem sich formierenden Antifeminismus zusammenhängt. Immer öfter wird die Rede über eine "überzogene Gleichstellungspolitik" geführt, die Männer benachteiligen würde. Sogenannte Quotenfrauen werden diskreditiert, obwohl es eigentlich darum gehen sollte, endlich die bestehende Quote für Männer abzuscha‚uen, wenn man schon in der Geschlechterdichotomie verhaftet bleiben will. Dieser antifeministische Diskurs wird auf den unterschiedlichsten gesellschaftlichen und politischen Ebenen platziert, ganz gleichgültig, ob es um die Bundeshymne oder um Genderprofessuren an Universitäten, um Einkommensunterschiede zwischen Frauen und Männern oder um das Pensionsantrittsalter geht: Das alles ist in der Vorstellungswelt des Antifeminismus nur  "Genderwahnsinn", der angeblich nichts mit den realen Herrschaftsverhältnissen zu tun hat.

Neben dem thematischen Schwerpunkt präsentieren sich einzelne Fachbereiche, dieses Mal das Institut für Naturwissenschaften und Technologie in der Kunst mit seinen vielfältigen nationalen und internationalen Kooperationen und der Fachbereich Kontextuelle Malerei mit "Trans als Alltagsanspruch". Ausstellungskritiken und Rezensionen nehmen Bezug auf aktuelle Produktionen der Akademie; Meldungen, seien es Personalia, Preise oder Stipendien, ergänzen wie immer derdiedas bildende. Neu sind Nachrichten aus dem Archiv, die sich vor allem aus heutiger Sicht kuriosen historischen Begebenheiten widmen.
 
Die Mittelseite ist dieses Mal den Arbeiten der Einreicher_innen zum Birgit- Jürgenssen-Preis gewidmet. Der mit 5.000 Euro dotierte Preis wird heuer zum zwölften Mal im Gedenken an die ehemals an der Akademie lehrende Künstlerin Birgit Jürgenssen verliehen. Seit 2004 wird die Auszeichnung jährlich in einer Kooperation von Bundeskanzleramt, der Akademie der bildenden Künste Wien und Hubert Winter an eine Studentin oder einen Studenten der Kunstuniversität für Arbeiten im medialen Bereich, insbesondere der künstlerischen Fotografie sowie der Video- oder (digitalen) Medienkunst, vergeben.

Sprache: Deutsch