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Al Hansen : Venus Venus Venus

Dr. Susanne Neuburger u.a.

Die kleine Figur der Venus von Willendorf wurde 1908 bei Ausgrabungen des Naturhistorischen Museums entdeckt und zählt zu den berühmtesten archäologischen Funden der Welt.

Die Statuette stellt eine üppige nackte Frau mit kleingelocktem Haar, mit dünnen Armen und vollen Brüsten dar und gilt als vollendetes Meisterwerk altsteinzeitlicher Plastik. Schon die Bezeichnung "Venus" ist eine Interpretation, denn die 29.500 Jahre alte Figur wird dadurch zu ihrer viel jüngeren "Schwester" - der antiken Venus, der römischen Göttin der Liebe - in Beziehung gesetzt. 

 

Der amerikanische Fluxus-Künstler Al Hansen widmete der Venus von Willendorf eine komplexe Werkgruppe, indem er in mehreren tausend Werken eine exemplarische Figur schuf, die um die mystische Figur aus der Altsteinzeit kreist. Al Hansen setzte sowohl beim Alter als auch bei der Interpretation des Werkes an. Da die frühesten überlieferten Kunstwerke Frauenfiguren abbildeten, stellte er die Verbindung dieser archaischen Objekte zu seinem eigenen Werk in den Mittelpunkt. Dabei ging es ihm weniger um die Übereinstimmung mit dem Modell, als um eine freie Interpretation, die – wie auch immer sie technisch ausgeführt ist – in Umriss und plastischer Fülle denselben Typus wiederholt. Auch in nichtfigürlichen Arbeiten wendet er sich mit Werktiteln wie she, her, clit, hers an dieses Übermodell einer Frau, das viele potentielle Rollen in sich vereinigt – von der Mutter bis zur Göttin.

 

Sprache: Deutsch