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Texte zur Kunst Heft 37

SABETH BUCHMANN, ISABELLE GRAW, CLEMENS KROMMEL (u.a.)
März 2000 - 10. Jahrgang
Ausgabe "Performance"

 

Vorwort

Trotz ihrer fortgeschrittenen Institutionalisierung steht „Performance" nach wie vor für eine schillernde Kunstform. Gleichwohl vermag der Begriff auch Abwehr zu provozieren. Gründe für solches Unbehagen können darin liegen, dass Performances mit „Erfahrung", „Singularität" oder „Authentizität" konnotiert sind. Andererseits gibt es viele Künstler/innen — auch solche, bei denen man es nicht vermutet —, für die eine Auseinandersetzung mit Performance nach wie vor die Möglichkeit einer Positionierung bedeutet.

Das gegenwärtige Interesse an Performance ist sicher auch der Sehnsucht nach Stars und nach persönlicher Präsenz von Künstler/innen zuzuschreiben. Die Wiederaufwertung von Autorschaft hat ebenso wie der Siegeszug der „Popkultur" zu neuen Inszenierungen und Aneignungen des Künstler/innen Status geführt, etwa zur Künstlerin/dem Künstler als DJ und umgekehrt.

 

Vor dem Hintergrund kulturpolitischer und ökonomischer Veränderungen lassen sich aber auch kritische Rekonstruktionen von Autorschaft beobachten. In diesem Zusammenhang spielt die Praxis der Performance eine symptomatische Rolle, lässt sie sich doch nicht automatisch auf ein biografisches Subjekt reduzieren: Indem Sie individuelle Körper öffentlich als Material zum Einsatz bringt, leistet die Performance eine spezifische Anerkennung ihrer diskursiven Verstricktheit. Man braucht nur an Künstler/innen wie Adrian Piper oder Mike Kelley zu denken, um sich von einem begrenzten Bild der Performance-Kunst zu lösen...

 

 

SABETH BUCHMANN, ISABELLE GRAW, CLEMENS KROMMEL, SUSANNE LEEB

 

Sprache: Deutsch