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  • Ich bin > Ich war

Ich bin > Ich war

Adrian Sölch

Eine persönliche Krise scheint sich im Verlauf des Buches immer flächendeckender über die Seiten auszubreiten. Der Versuch einem idealen Männlichkeitsbild zu entsprechen, löst die Grenzen zwischen Privatperson, Künstlerposition und poetischer Fiktion schließlich auf und gipfelt in dem verzweifelten Versuch sich selbst in eine Art Koloss von Rhodos zu verwandeln.

Die Publikation „Ich bin > Ich war“ von Adrian Sölch mutet auf den ersten Blick wie ein klassischer Künstlerkatalog an. Ein Einleitungstext über die künstlerische Praxis, Dokumentationsfotos bisheriger Arbeiten, das Künstler-Interview, alle obligatorischen Kriterien scheinen erfüllt. Erst bei genauerer Betrachtung wird klar, dass diese Einschätzung nur bedingt zutrifft. Das Interview wird in seinem Verlauf seltsam persönlich, kurz bevor es gänzlich in die Fiktion abdriftet. Poetische Gedichte und vermeintlich sachliche Texte thematisieren private Probleme auf einer fast identischen Ebene und vermeintlich authentische ärztliche Prognosen überlagern sich mit fiktiven Erzahlstrukturen. Eine persönliche Krise scheint sich im Verlauf des Buches immer flächendeckender über die Seiten auszubreiten. Der Versuch einem idealen Männlichkeitsbild zu entsprechen, löst die Grenzen zwischen Privatperson, Künstlerposition und poetischer Fiktion schließlich auf und gipfelt in dem verzweifelten Versuch sich selbst in eine Art Koloss von Rhodos zu verwandeln.