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René Zäch - Kunstmuseum Solothurn

Barbara von Flüe (Ed.)

Katalog zur Ausstellung des Kunstmuseums Solothurn zum Gesamtwerk des Bildhauers, Objektkünstlers und Zeichners René Zäch aus dem Jahr 2010.
Der Bildhauer, Objektkünstler und Zeichner René Zäch (1946 geboren) fand in mehreren Einzelausstellungen, vor allem in Schweizer Museen, breite Beachtung: Nach dem frühen Engagement des Kunstmuseums Solothurn (1974 und 1983) widmeten ihm die Kunsthalle Bern (1989), das Musée cantonal des beaux-arts Sion (1995), das Aargauer Kunsthaus Aarau (1999), das CentrePasquArt Biel (2001) sowie das Creek Art Center Shanghai (2006) grosse Präsentationen. Elf Jahre nach der Aarauer Überblicksausstellung bietet das Kunstmuseum Solothurn erneut die Möglichkeit, das Schaffen als Ganzes zu fassen. Ausgestellt werden Werke der letzten 30 Jahre. In zehn Sälen entfalten sich dank einer Vielzahl hochkarätiger Leihgaben die ganze Qualität und Stringenz dieses ebenso gescheiten wie sinnlichen Schaffens, das zwischen Ernst und Ironie, zwischen Maschinenwelt und klassischer Schönheit oszilliert. Zeigen die Einfachheit und Dichte der Werke eine formale Nähe zum Postminimalismus, so sind sie inhaltlich weit komplexer. In der bewusst gesuchten Ambivalenz zwischen Kunst- und Gebrauchsgegenstand legt René Zäch die Grundbedingungen plastischer Formfindung offen und gelangt damit zugleich zu gesellschaftlichen und existenziellen Fragen, die sich konsequent mit Kommunikation und Transport, mit linearen und zirkulären Ab- oder Leerläufen befassen. Der inhaltlichen Konsequenz entspricht das Konzept der Ausstellung. Die Werke werden nicht in einer chronologischen Abfolge gezeigt, vielmehr werden die über Jahrzehnte wiederkehrenden Sujets als Leitmotive auf die ganze Ausstellung verteilt. So tritt etwa das Motiv des Tisches in verschiedenen Sälen auf. Beim Betrachten der Ausstellung kann eine stete Wandlung weniger Grundelemente erlebt werden, die sich in der Erinnerung zu einem komplexen Ganzen fügen. Die Dynamik der Metamorphose prägt Zächs Schaffen und Denken, das von Alltagsgegenständen ausgeht, diese jedoch künstlerisch weiterentwickelt, ergänzt oder verfremdet. Solche "Abstraktion" kann in ganz unterschiedlichem Masse auftreten: Kommen manche Objekte nah an die Grenze desTrompe-l'œil, wirken andere wie paradoxe Zwitterwesen oder phantastische Science-Fiction-Geräte. In Zächs Skulpturen werden Statik und Dynamik oftmals ironisch aufeinander bezogen. Obwohl sich Zäch entschieden als Bildhauer und nicht als Installationskünstler versteht, ist die spezifische Platzierung seiner Arbeiten wesentlich. Bezeichnend sind auch seine Grenzgänge zwischen Skulptur und Zeichnung. Nicht selten wirken seine Wandobjekte wie Linienzeichnungen oder Signale. Umgekehrt erreichen seine meisterhaften Aquarelle eine solch körperliche Kraft, dass sie die Präsenz dreidimensionaler Objekte evozieren.
 
Sprache: Deutsch/Englisch