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Alphabet

Michael Leiris

Michael Leiris erweitert für sich das Wahrnehmungsvermögen, er will all unsere Sinne vom Alphabet angesprochen wissen, und so werden wir Zeuge eines einzigartigen Unterfangens, das nur denkbar ist durch die unbegrenzt künstlerische Phantasie.

Das “Alphabet” von Leiris ist ein großer Wurf über die Bilder der Sprache, in denen das Gesagte zu Gestalten gefügt wird, die alle Sinne ansprechen. Getragen von einem Aufbegehren gegen die verloren geglaubte Kraft der Worte, läßt Leiris’ Schrift den Zauber der Buchstaben auferstehen. Er betrachtet die Sprache autobiographisch, wie das Kind von der Vielfalt ihrer Reize und Enthüllungen gebildet wurde, es auf demWeg zum Erwachsenen mit den Buchstaben die Welt entschleiert und erst dann bemerkt, daß im Zuge des Bedeutens, die Buchstaben ihre Magie verloren haben. Mit den einverleibten Buchstaben “von der Frucht des Baumes der Erkenntnis zu koste, die Bildwelt des Geheimnisses selbst einzuschlürfen und gottgleich zu werden”, dieses Hineinwachsen in die beschreibbare Welt gerät sinnbildlich zu einem Vorgang der Verdauung, dem schließlich die Buchstaben gerade noch sättigendes Supplement auf dem Lebensweg sind.

Sprache: Deutsch