Haus der Kälte

Andrea van der Straeten

»Haus der Kälte«, Andrea van der Straetens neuester Film, handelt von Jugendlichen, die zwischen dem ersten Interesse an Sexualität und dem aufkeimenden Bewußtsein um Konkurrenz hin und her gerissen sind, um gegenseitiges Interesse ringen und so lange provozieren, bis eines der Kinder verschwindet.

Da der Film im Rahmen des Sommerprojektes »Perimeter«, initiiert von Susanne Neuburger, in Waidhofen an der Ybbs produziert wurde, versuchte man die lokale Bevölkerung über regelmäßige Berichte vom Drehort einzubinden. Durch die Regionalzeitung »Der Bote von der Ybbs« exklusiv vorinformiert, wurden sie in die Geheimnisse der Filmkunst eingeweiht und verfolgten die Handlung anhand der originalen Storyboards sowie der authentischen Berichte von den Dreharbeiten. Die Premierenfeier fand im Rahmen des Film- und Videofestivals in Saarbrücken statt. Trotzdem hat keiner in Waidhofen jemals den Film zu Gesicht bekommen.

Aufschluß gibt das Buch zum Film. Es begleitet nicht nur dessen Entstehung, sondern versammelt verschiedene film- und kunsttheoretische Ansätze - etwa Michael Palm, Herbert Hrachovec -, von denen der Film- und Musikkritiker Drehli Robnik am besten klärt, was zu klären ist: »Einem Film entgeht man nicht, auch wenn man ihn gar nicht gesehen hat.« Welchen Werbestrategien erliegt man täglich, wieviel Vertrauen hat man in mediale Berichterstattung, und wieviel vom Ereignis kann die Erwartung bereits vorwegnehmen? Ist die Kunst der Ausführung verpflichtet? Der Konsens aller Antworten findet sich in einem Leserbrief von Mona Hahn: »Das Fake ist ein taktisches Mittel, es zeigt, daß alles auch ganz anders sein könnte.«

 

Sprache: Deutsch