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Camera Austria 69

manfred Willmann (Hg.)

Ausgabe 69 aus dem Jahr 2000

 “50 Jahre Komplexität sind genug”, sagt eine rechtsextreme Partei, die glaubt, auf komplexe Fragen einfache Antworten geben zu können. Die Situation in Österreich verlangt, dass sich Minderheiten – und dazu gehören auch Kulturschaffende – zur Wehr setzen.

Die eben erschienene Ausgabe von CAMERA AUSTRIA Nr. 69 hat Jörg Schlick für uns gestaltet – mit diesem Statement sollte allerdings nicht das letzte Wort gesprochen sein: In der kommenden Ausgabe CAMERA AUSTRIA Nr. 70 werden wir nicht nur, wie bisher, den kritischen Diskurs um die internationale Gegenwartskunst fortsetzen, sondern eine Diskussions-Plattform einrichten, um mit unseren LeserInnen, mit KünstlerInnen und AutorInnen die Auseinandersetzung über die Legitimierung einer rechtsextremen Partei in Österreich zu führen.

Gerade das Wissen um die fragile Autonomie jeder künstlerischen Äußerung hält uns dazu an, neue Möglichkeiten einer sich an der politischen Situation orientierenden Debatte zu finden und die immer neu zu erkämpfende Position, von der aus gesprochen werden kann, zu definieren. Es wird notwendig sein, die ästhetische wie theoretische Positionierung unserer Arbeit im Kunstfeld als politische sichtbar zu machen.

Aber die Herausforderung ist größer: Gerade weil sich die Sprache der Politik in den letzten Jahren generell stark verändert hat, und in Österreich insbesondere die Freiheitliche Partei mit kalkulierten Tabubrüchen operiert, dürfen wir uns nicht in die Defensive begeben! Wir möchten Sie also einladen, auch der Illegitimität der Sprache rechtsextremer Politik in Österreich verbale und bildhafte Stärke entgegenzusetzen.

Wir müssen für diese Arbeit die künstlerischen Strategien ebenso wie unsere Sprache schärfen. Komplexität nicht verleugnend, werden wir unsere Mittel vielleicht neu zu erfinden haben.

 

Sprache: Deutsch