Charlotte Posenenske 1930-1985

Renate Wiehager (Hg.)

Die deutsche Bildhauerin Charlotte Posenenske (1930 1985) schuf in den sechziger Jahren bahnbrechende Skulpturen und Reliefs: Teilweise begehbar, beliebig reproduzierbar, im Raum frei zu positionieren, in industriellen Farben, aus »armen« Materialien wie Pressspanplatten, Wellpappe oder Blech gefertigt. Die minimalistischen Kunstwerke Posenenskes befinden sich heute in bedeutenden Sammlungen weltweit, und doch war die Künstlerin bis vor wenigen Jahren und der Präsentation einiger ihrer Arbeiten auf der documenta 12 nur Fachkreisen bekannt.

 Die Künstlerin begann Ende der 1950er Jahre mit gespachtelten abstrakten Gemälden in Acryl. Später knickte sie Aluminiumbleche oder fertigte Vierkantrohre für öffentliche Plätze und performative Einsätze. Diese extrem reduzierten dreidimensionalen Werke, für die ihr Name heute steht, entstanden alle im kurzen Zeitraum von 1966-1968. Charlotte Posenenske beendete 1968 »aus politischen Gründen«, wie es allgemein heißt, aber künstlerisch konsequent, ihre bildhauerische Arbeit vollständig.

Sprache: Deutsch