Reisen so sagt man, ist eine Wissenschaft.

 

Buchpräsentation und Lesung

 

 

Gäste im Salon: Simon Weber-Unger und Mila Moschik

 

Mittwoch, 5. Dezember 2012, 19.30 Uhr

 

Mila Moschik liest aus Reiseberichten des 19. Jahrhunderts


Das 19. Jahrhundert gilt als Epoche der Entdecker- und Reiselust. “Reisen, so sagt man, ist eine Wissenschaft” präsentiert seltene Dokumente österreichischer Expeditionen in nahe wie ferne Länder – von beeindruckenden Fotografien der Gletscherlandschaften des Dachsteins bis hin zu aufschlussreichen Eindrücken der berühmten Novara-Weltumsegelung durch die Kriegsmarine.

Berichte aus zahlreichen Expeditionen in bis dahin unbekannte Winkel der Erde wurden im 19. Jahrhundert stets zu Bestsellern, ausgedehnte Reisen und Forschungen revolutionierten die Wissenschaft.
“Reisen, so sagt man, ist eine Wissenschaft” versammelt eine ungewöhnliche Auswahl an Kunstwerken, die unmittelbar mit einer der zwanzig vorgestellten Reisen des 19. Jahrhunderts verknüpft sind. Zu jeder dieser Reisen gibt es einen ausführlichen Aufsatz.

Im Zeitalter der Entdeckungen, war unter anderem der Sinn bzw. der Auftrag von Expeditionen, das Auslöschen der weißen Flecken auf den Landkarten (terra incognita) und die Aneignung des neu eroberten Gebietes. Bei der Bildvorlage, die Mahony für die Edition bearbeitet hat, handelt es sich um das Motiv der libyschen Wüste von Philipp Remelé, abgebildet im Buch von Simon Weber-Unger. Dieses Motiv wurde bis auf einen schmalen Rand mehrmals weiss monochrom mittels Siebdruck überdruckt, so daß nahezu ein Zustand der Unkenntlichkeit erreicht wurde. Es ist jedoch immer noch leicht, die Zeichnung der Topografie der Landschaft zu erahnen.

20 Exemplaren, die mit dem nummerierten und signierten Siebdruck auf Inkjetprint auf Büttenpapier "Ohne Titel" von Mahony verkauft werden. Dies entstand in Zusammenarbeit mit Galerie Emanuel Layr, Wien.


Simon Weber-Unger ist Leiter des Wissenschaftlichen Kabinetts sowie Experte für historische und wissenschaftliche Instrumente und Globen im Wiener Dorotheum. Er befasst sich seit zehn Jahren mit Wissenschaftsgeschichte und seit einigen Jahren vermehrt mit Fotografie des 19. Jahrhunderts.

Mila Moschik, geb. 1989 in Graz, absolvierte das Studium der Restaurierung und Konservierung in Wien, ist Fotohistorikerin und arbeitet an wissenschaftlichen Projekten im Bereich der Kunst- und Materialgeschichte.

Mahony:  Am Beginn eines Projektes von Mahony (Stephan Kobatsch, Clemens Leuschner, Jenny Wolka) steht oft eine Reise wie beispielsweise Yucatan (2011), Ushuaia (2009) und Brasilien (mit einem Frachtschiff, 2009). Die Begegnungen, Erfahrungen und prägenden soziokulturellen Umstände werden unter anderem zu Themen ihrer Arbeiten. Die Sujets werden dabei meist transferiert oder übersetzt, modifiziert oder neu assoziiert. In diesem Prozess bilden sich neue dicht verästelte Relationen und Zusammenhänge zwischen Vergangenheit und Jetzt; virulente Stellen geografischer, sozialer und politischer Kontexte werden offen gelegt. Durch Übersetzungsgesten wird die Distanz kreiert, die den Betrachter dazu veranlasst, kulturelle Phänomene oder geschichtliche Fakten neu zu evaluieren.

         


 Simon Weber-Unger: Reisen, so sagt man, ist eine Wissenschaft. ISBN 978-3-200-02763-3. € 29.- kaufen

 

 Simon Weber-Unger: Reisen, so sagt man, ist eine Wissenschaft. ISBN 978-3-200-02763-3. € 29.- kaufen

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