Gäste im Salon: Anja Nowak und Andreas Spiegl


Studio Salon für Kunstbuch

Luftbadgasse 16

1060 Wien


Mittwoch, 29. Mai 2019, 19.00 Uhr

 

Das Schwarze Buch von Anja Nowak erzählt von der Beziehung, die das Bild und das Abbild zueinander unterhalten, von der Unterhaltung zwischen einem fotografierten Schatten und einer Zeichnung dieses Schattens, deren Unterschied sich der Wahrnehmung entzieht, deren Differenz und identisches Erscheinungsbild Seite für Seite im Schatten der Definierbarkeit zu liegen kommt.

 

Zwischen Bild und Abbild liegt eine Wahrnehmung, die sie aneinander angleicht, beide gleich erscheinen lässt – identisch und verwechselbar, austauschbar nur im Horizont ihrer Ähnlichkeit, ihrer Möglichkeit, die Seite zu wechseln, den Platz zu tauschen und die Rolle des Anderen zu spielen.

 

Das gezeichnete Bild eines rechteckigen Schattens kann den Schatten und das Abbild des fotografierten Schattens abbilden – als Bild Abbild eines Abbilds werden, die Seite wechseln, ident werden mit seiner anderen Seite, wo Rückseite und Vorderseite umeinander rotieren, aufeinander folgen und auseinander hervorgehen, immer dazu bereit, die Richtung zu ändern, die Ausrichtung und die Zuordnung zu den Ordnungen von Bild und Abbild, beides zugleich. (Text: Andreas Spiegl)

 

 

Anja Nowak (DE), *1984, studierte Soziologie und Bildende Kunst in Magdeburg, Rio de Janeiro und Wien. Nowak arbeitet vorwiegend in den Bereichen Video, Installation und Fotografie. Die Arbeiten der Künstlerin stellen eine komplexe Auseinandersetzung dar, in der sie sich Fragen nach Sichtbarkeit und Vergleichbarkeit widmet. Einen wichtigen Bestandteil ihrer Praxis bilden Kollaborationen mit Kunst- und Kulturschaffenden.

www.anjanowak.com 

 

Andreas Spiegl (AT), *1964, studierte Kunstgeschichte an der Universität Wien und unterrichtet seit 1990 am Institut für Kunst- und Kulturwissenschaften an der Akademie der bildenden Künste Wien. Seine Arbeitsschwerpunkte verknüpfen raumtheoretische Fragen mit Subjekt- und Medientheorien. Zahlreiche Publikationen zur Kunst- und Medientheorie. Daneben arbeitet er als freier Kurator und Kunstkritiker.

 

Bernhard Cella is interested in the economic and sculptural framework in which artists’ books – highly informed objects in themselves – can be used as artistic materials. To this end, he conceptualized the ’Salon für Kunstbuch’, a life-size model of a bookshop, in his studio in Vienna. Since 2007, more than 12.000 artists' books have accumulated and entered into unfamiliar vicinities and dialogues. Buying and selling these objects become an integral part of an original artistic practice. www.salon-fuer-kunstbuch.at, www.cella.at.

 

 

 Anja Nowak: Das schwarze Buch