Donnerstag, 08.05.2014 19:00h

 

 Gäste im Salon: Klemens Gruber 

 

1936 wurde das erste und einzige Heft der viersprachigen tschechischen Zeitschrift telehor (griech. „Fern-Sehen“) als Sondernummer von und über László Moholy-Nagy publiziert. Es ist nun als Faksimile-Reprint erhältlich, der von einem Kommentarband begleitet wird. Der Reprint macht die Zeitschrift in ihrer künstlerischen und theoriegeschichtlichen Dimension wieder zugänglich.


László Moholy-Nagy (1895 –1946) zählt zu den zentralen Figuren der europäischen Avantgarde. Entscheidend geprägt wurde seine künstlerische Tätigkeit in den verschiedensten Disziplinen durch die Stationen seiner Biografie: Seine Übersiedlung von Budapest über Wien nach Berlin, sein Ruf an das Bauhaus durch Walter Gropius (1923) – zunächst in Weimar und schließlich in Dessau –, seine Flucht vor den Nationalsozialisten in die Niederlande über London bis nach Chicago, wo er Direktor des «New Bauhaus» wurde und die School of Design gründete.


Besonderes Augenmerk wurde auf die Ausstattung des Reprints gelegt. So liegt er als Spiralbindung vor, die Mitte der 1930er-Jahre als ultra-modern galt. Der Kommentarband umfasst einen editorischen Bericht, der die Zeitschrift telehor im Kontext von Kunst und Medien der 1920er- und 1930er-Jahre darstellt und die Position der künstlerischen Avantgarde am Schnittpunkt zweier Epochen erschließt. Außerdem enthält er weitere Übersetzungen: Ins Ungarische (die bereits vorlag), in Mandarin als Hommage an das ursprüngliche Publikationskonzept, ins Spanische und Russische.

Moholy-Nagy László: telehor. Internationale Zeitschrift für visuelle Kultur. Faksimile-Reprint und Kommentarband. Hg. v. Klemens Gruber und Oliver Botár, mit einem Text von Sigfried Giedion. Zürich: Lars Müller Publishers 2013. ISBN 978-3-03778-253-8.



Klemens Gruber ist Universitätsprofessor für Intermedialität am Institut für Theater-, Film- und Medienwissenschaft der Universität Wien und Mitherausgeber der Neuausgabe von telehor. Er ist Redaktionsmitglied der Zeitschrift Maske und Kothurn und Organisator der Veranstaltungsreihe media activism. Zu seinen jüngsten Forschungsprojekten zählen „Texture Matters: The Optical and the Haptical in Media“, „Sinne - Technik - Inszenierung: Medien und Wahrnehmung“ sowie „Digital Formalism. The Vienna Vertov Collection“.

Bernhard Cella ist Initiator des Salon für Kunstbuch im 21er Haus, dem weltweit ersten Museumsshop, der als künstlerische Intervention geführt wird. Das Sortiment versammelt einen vollständigen Überblick österreichischer Produktionen aus der Kunst der letzten zwei Jahre. Bernhard Cella lebt in Wien und studierte freie Kunst und Bühnenbild an der Akademie der bildenden Künste Wien, an der Hochschule für bildende Künste Hamburg und an der Kunstuniversität Linz.  www.cella.at,  www.salon-fuer-kunstbuch.at,  www.neokuratin.com,  http://collectingbooks.cella.at


         

Moholy-Nagy László: telehor. Internationale Zeitschrift für visuelle Kultur. Faksimile-Reprin

 


Kommentarband. Hg. v. Klemens Gruber und Oliver Botár, mit einem Text von Sigfried Giedion. Zürich: Lars Müller Publishers 2013. ISBN 978-3-03778-253-8.