Ausstellung

 

Wie verwenden zeitgenössische Künstlerinnen und Künstler fotografisches Material im Medium Buch?
 
Am Beginn des 21. Jahrhunderts hat das Interesse an Fotografie den Charakter eines Breitensports angenommen. Zugleich besorgt man sich die meisten Informationen im Alltag nicht mehr aus Büchern. Die digitale Revolution hat das Buch quasi vom Zwang befreit, Informationen transportieren zu müssen. Das Absinken der Herstellungkosten im Buchbereich hinzugenommen ist es nicht verwunderlich, dass seit einigen Jahren ein regelrechter Boom in der weltweiten Produktion von Künstlerbüchern zu verzeichnen ist. Der Salon für Kunstbuch in Wien, ein Kunstprojekt von Bernhard Cella, steht seit dem Jahr 2007 in ständiger Wechselwirkung zu diesem neuen Kunst- und Kulturphänomen. Anlässlich des Monats der Fotografie 2012 wird er im Salon für Kunstbuch 21er Haus eine Auswahl von aktuellen Künstlerbüchern präsentieren, die sich durch ihren je eigenen Zugang zu fotografischem Material auszeichnen. Nicht die Produktion des fotografischen Bildes als solche steht daher im Mittelpunkt, sondern der künstlerische Blick auf das Medium Buch, der sich der Fotografie in eigenen Verfahrensweisen zu bedienen versteht. Diese artikulieren sich heterogen, z.B.: Ein Foto pro Kalenderjahr, unkommentiert aneinandergereiht; die Geschichte New Yorks in 400 Bildern; Kugeln und Ballons; Hallen und Hypnotiseure; der Schatten des Fotografen als Element des Bildes; Schandflecke und Schmuckstücke im öffentlichen Raum; Teppiche und ihre Umgebung; Paar und Bett; Sehen im Sitzen; Serien von väterlichen Selbstportraits, vom Sohn rearrangiert; die versteckte Information.
 
 
Bernhard Cella ist Initiator des Salon für Kunstbuch im 21er Haus. Er führt diesen als künstlerisches Label, unter dem verschiedenste Produkte hergestellt werden, eine Skulptur, in der Menschen u.a. zum Diskurs zusammenkommen und herrschende Organisationsformen befragt werden. Bernhard Cella lebt in Wien und studierte freie Kunst und Bühnenbild an der Akademie der bildenden Künste Wien, an der Hochschule für bildende Künste Hamburg und an der Kunstuniversität Linz. Zuletzt vorgestellte Arbeiten waren 2012: "and . learning english has no use", Le Bal/Paris; "collecting books", NYABF/PS1 MoMA NY; Missing Books, fiac Paris; "Alles vor Ort nicht vorab", Video/Tischgespräch mit Franz West, 21er Haus; O.T., open space, ART Cologne; NO-ISBN, PEEK- Projekt 2012-2014, FWF; www.cella.at, www.salon-fuer-kunstbuch.at, www.neokuratin.com 




         


Raymond Taudin Chabot / Cast (part 4), Roma Publication104, (edition 600, July 2007) Edited by Roger Willems, Amsterdam

 

 

Cindy Sherman, The Cindy Shermans I´d like to fuck, Brion Kennon, first edition of 250, 2003

 

Phillip Weissbecker, Greenhouse Studies, First edition, 2012 Nieves

 

  Hans Peter Feldmann, Ferien, Wiener Secession, 1994, Wiener Secession und Drei Möven Verlag