Mit dem Internet hat das Buch ein Gegenüber bekommen – so wie das Theater den Film als Gegenüber hat und die Malerei die Fotografie. Endlich ein Echo, ein Double, ein Widerpart - endlich zwei, möchte man sagen. Das, was Bücher ausmacht – ihre materielle Bestimmtheit durch Format, Bindung und die Haptik des Papiers ebenso wie ihre gestalterische Konkretisierung durch Schriftwahl und Seitenbild – tritt als Qualität heutzutage weitaus deutlicher hervor, gerade weil es so unterschiedliche Möglichkeiten gibt, Texte und Bilder in die Welt zu senden.Den Ausgangspunkt für die Publikation »Liner Notes. Gespräche über das Büchermachen, Leipzig z.B.« bildete eine Anzahl Bücher, die in den vergangenen Jahren von Buchgestalterinnen und Buchgestaltern produziert wurden, die an an der Hochschule für Grafik und Buchkunst studiert haben. Die Herausgeber Markus Dreßen, Lina Grumm, Anne König und Jan Wenzel interessierte dabei nicht das Verbindende zwischen diesen BuchgestalterInnen, nicht die Konstruktion einer Schule, sondern die ganz unterschiedlichen Ansätze und Haltungen, die in den Büchern sichtbar werden.Was heißt es, ein Buch zu gestalten? »Liner Notes« geht dieser Frage in fiktiven Dialogen und Gesprächsprotokollen nach, in denen Buchgestalterinnen detailliert über den Entstehungsprozess eines ihrer Bücher sprechen. Entstanden ist so eine Reflexion im Medium: Ein Buch, das aus Büchern gemacht ist und dessen Gebrauchswert darin liegt, Ideen für neue Bücher zu geben.Der Verlag Spector Books wurde von Anne König, Markus Dreßen und Jan Wenzel gegründet. Büchermachen verstehen sie als eine Form des Forschens, das Medium Buch als eine Bühne für kollektive Wissensproduktionen am Schnittpunkt von Kunst, Design und Wissenschaft.

 

 

Liner Notes
Gespräche über das Büchermachen, Leipzig z.B.

Herausgegeben von Markus Dreßen, Lina Grumm,
Anne König und Jan Wenzel
256 Seiten
Gestaltung: Markus Dreßen und Lina Grumm
Leipzig 2009
ISBN: 978-3-940064-83-7 (deutschsprachig)
35 Euro