Italia – A View From Above
130 Künstlerbücher

 


Mittwoch, 4. März 2015, 19.00 Uhr

 

In Südtirol zeugt schon der Alltag von einer multipolaren Kultur, mit seiner deutschsprachigen Vergangenheit wird es vom italienischen Süden aus verwaltet, gesprochen wird zwar mehrheitlich Deutsch, doch die publizistische Praxis ist mehrsprachig - deutsch, italienisch, ladinisch und englisch – angelegt.

Zu Gast im Salon: Andreas Hapkemeyer, Kurator am Museion in Bozen. Die Sammlungsschwerpunkte der dortigen Bibliothek sind konkrete und visuelle Texte, Fluxus und Konzeptkunst wie auch selbstproduzierte Künstlerbücher. Anhand von ausgewählten Exemplaren werden die Phasen und zahlreichen Facetten einer gelebten Multipolarität in Südtirol vorgestellt und diskutiert. Mit Beispielen aus der Sammlung des Museion erörtert er auch die Frage, warum Künstlerbücher keine Anerkennung als vollwertige Kunstwerke bekommen, obschon sie alle Attribute etwa der Fotografie mitzubringen scheinen.

Unter anderem mit Werken von: Monica Bonvicini, Nico Vascellari, Rossella Biscotti, Hamish Fulton, Maurizio Nannucci, Lawrence Weiner, Gabriel Kuri, Andro Vekua, Kilobase Bucharest, Brigitte Mahlknacht, Erich Kofler-Fuchsberg.

 

Zur Ausstellung Italia: In 130 Exponaten versammelt sich ein aktueller Blick auf die Kunstproduktion Italiens, dessen Beitrag zur neueren Kunstgeschichte sich nicht in der Nennung von Arte Povera oder Maurizio Cattelan erschöpfen kann.

Seit drei Jahren befindet sich das Land in der Ära Post-Berlusconi. Nicht
weniger als zwei Jahrzehnte wurde das kulturelle Leben von einer politischen Figur geprägt, die für drastische Kürzungen im Kunst- und Kulturbereich
genauso wie für eine privatisierte Medienlandschaft und die bewusste Torpedierung des kritischen Diskurses steht.

Was lässt sich anhand von Publikationen aus der Kunst über die aktuelle
Situation Italiens ablesen? Was passiert, was interessiert im Einzelnen? Wer hat das Land unter diesen Bedingungen nicht verlassen, welche Themen und Diskurse werden derzeit verhandelt?


Begleitend zur Ausstellung:

Italia Reenactment - Szenische Lesung von Dialogen der niederländischen Künstler_ Fucking Good Art mit Protagonisten_ der italienischen Kunstszenen (2012) sowie Beiträgen der Kuratoren Luca Lo Pinto (NERO Magazine, Rom; Kunsthalle Wien) und Andreas Hapkemeyer (Museion, Bozen).
Ausstellungsdauer: 19. Februar bis 30. April 2015.


Mit Beiträgen von:
A Certain Number Of Books, Giorgio Andreota Calò, Salvatore Arancio, Gianpaolo Arena,Ebe Babini, Nicola Baldazzi, Davide Baldrati,Nanni Balestrini, Andreas Banderas, Federico Barbon, Fabio Barile, Elisabetta Benassi, Alessia Bernardini, Sissy Biasin,Nicolò De Biasio, Irma Blank, Blisterzine,Massimilian Bomba, Monica Bonvicini,Andrea Bovaia, Edda Bracchi, Eleonora Calvelli, Boite, Choisi, Cranico, Andrea Crociani, Nicolò Degiorgis, Delebile Edizioni, Direct Cut, Tomas Eller, E Il Topo, Flip project,Simona Filippini, Jonathan Frantini, Fucking Good Art, Alice Guareschi, Christian Holstad, Humboldt Books, Gabriel Kuri, Francesca Gardini, Gram Publishing, Landscape stories, Le Dictateur, Marco Lachi, Luca De Leva, Michele Lombardelli, Federico Lupo, Heinz Mader, Madness & Civilization, Brigitte Mahlknecht, Lorenzo Mapelli, Mousse Publishing, Marco Mucig, Nero Magazine,Tobia De Marco, Forial Maktabi, Allegra Martin, Riccardo Muzzi, Maurizio Nannucci, Francesco Neri, Elena Nicoli, Nomade Arteideologia, Luca Nostri, Officina Typo, Osservatorio Fotografico, Bolo Paper, Matteo Pasin, Gina Paolini, Irene Patara, Federico Pepe, Armando Perna, Edizioni Precarie, Gianluca Perrone, Print About Me, P420 Gallery, Raw Raw, Rorhof, San Rocco, Laura Santamaria, Salvatore Santoro, Andrea Scarabelli, Luca Scarabelli,Igiaba Scego, Alessandro Simonetti, Spaziolabò Edizioni, Alessandra Spranzi, Wim Starkenburg, Fabio Stasssi, Elisa Talentino, Filippo Tassinari, Teatro Balocco, The Cool Couple, The Exhibitionist, Bruno Tobia, Luca Trevisani, Franco Vaccari, Nico Vascellari, Andro Vekua, Andrea van der Straaten, Von Holden Studio, Andro Wekua, Yes I am Writing a Book, 3/3 Tre Terzi.


Bernhard Cella ist Initiator des Salon für Kunstbuch im 21er Haus, dem weltweit ersten Museumsshop, der als künstlerische Intervention geführt wird. Das Sortiment versammelt einen vollständigen Überblick österreichischer Produktionen aus der Kunst der letzten zwei Jahre. Bernhard Cella lebt in Wien und studierte freie Kunst und Bühnenbild an der Akademie der bildenden Künste Wien, an der Hochschule für bildende Künste Hamburg und an der Kunstuniversität Linz.  www.cella.atwww.salon-fuer-kunstbuch.atwww.neokuratin.comhttp://collectingbooks.cella.at

         

Diser- zioni, Andrea Scarbelli, Federico Barbon,  Nr.53/100, Silkpress Milano, 2013