Neokuratin

 

         

 

Auszug aus dem Beipacktext:


"Neokurat in KURATORENPFLASTER ( 6,3 mg/24h )

Neokuratin ist ein speziell zur Behandlung des Endophänomens der Kuratorenerwartung entwickeltes Präparat. Es findet in Berufen Anwendung, die unter dem Anspruch stehen, die Trennung von Kunst und Leben im eigenen Werkprozess aufzuheben. Dies wirkt sich v.a. bei bildenden Künstlerinnen und Künstlern in einer komplexen, weil professionell trainierten und vom Personenzentrum unterstützten Qualität von endo-aktiver Realitätsverschiebung aus (vgl. kognitive Dissonanz, Münchhausentrilemma u.ä.). Reagiert der psychische Ausgleichsmechanismus darauf über eine gewisse Dauer hinweg mit der Zwangsvorstellung, die Entwicklung des persönlichen Kunst-Lebens-Zusammenhangs sei maßgeblich von Außeneinwirkungen (Kuratoreninteresse, Sammlungskontakte, Biennaleeinladungen, Museumsankäufe usf.) geprägt, so spricht man vom Endophänomen der Kuratorenerwartung. Nach aktuellen Messungen nehmen bildende Künstlerinnen und Künstler bis zu 5000 x mehr Wahrnehmungsimpulse / Sek. als andere Berufsgruppen auf. Da sich das Endophänomen der Kuratorenerwartung im Endstadium zumeist als triviale Delegation der Eigenverantwortung an externe Faktoren äußert, geht der Gesellschaftsentwicklung der Einfluss vieler ihrer wertvollsten Individuen verloren. Neokuratin wurde eigens dafür entwickelt, dieses Vakuum von innen her aufzulösen. Seine Wirkung wurde in Fallstudien an verschiedenen belgischen Kunsthochschulen, in Galerienvierteln und in Kunstmuseen erfolgreich getestet. Diese Studien wurden in den Jahren 2004 und 2006 in zwei jeweils 10-monatigen Doppelblindversuchen mit Placebomethodik durchgeführt. Somit stärkt Neokuratin die körpereigenen Abwehrkräfte gegen nivellierende Einflüsse und mentale, d.h. psychologische und innere Abhängigkeit.

Neokuratin wirkt stimulierend und ist anzuwenden bei:

- fortgeschrittenem Eindruck von Autonomieverlust, der über das historisch-gesellschaftlich notwendige Maß hinauszugehen scheint. Anzeichen hierfür können ein gesteigerter Anpassungszwang an Strukturen sein, die als total angenommen werden. Dieser kann in Zwangshandlungen münden.

- Ausbildung eines Imago des schöpferischen Selbst, die Formen der Hybris annimmt.

Kurpackung: Die Kuranwendung dauert drei Wochen mit 7 Pflastern, wobei ein Pflaster jeweils am Abend des dritten Tages ausgewechselt wird.

Anwendung im Anlassfall: Der Einsatz von Neokuratin im Anlassfall (Ausstellungseröffnungen, Vernissagen, Festivalbesuche, Arbeitstreffen etc.) ist nur nach einer ersten Kur sinnvoll, da das physiologische Immunsystem des Körpers Zeit braucht, um eine ausreichende Anzahl an Neokuratin-Rezeptoren auszubilden.

Bei Beginn der Therapie mit Neokuratin müssen Sie den Wunsch, kuratiert zu werden, komplett unterdrücken wollen.

In seltenen Fällen sind folgende Nebenwirkungen durch die Anwendung von Neokuratin aufgetreten:

Zentrales Nervensystem: lebhafte Träume, Schlafstörungen, Kopfschmerzen, dynastische Wirkungsphantasmen, Unruhe, Zittern, Reizbarkeit, Unlust, Aggressivität, Müdigkeit, Schwindel an der Leinwand, Benommenheit, Größenwahn in Verbindung mit Trennungsängsten, Ausbleiben manischer Arbeitsphasen und impulsiver Langzeitentscheidungen, sadomasochistische Tagträume mit Persönlichkeiten aus dem professionellen Umfeld."

Auszug aus dem Beipacktext, 2007
Offest auf Papier
43 x 29,5 cm

 

 

o.T., Irisprint auf Papier, Auflage 3/6, Wien 2007

 

 

o.T., 4c Print, Format 40 x 72 cm, Auflage 1/6, Wien 2007

 

 

Beipackzettel, Blatt 2/3, Irisprint auf Papier, 40 x 60 cm Wien 2007

 

 

Beipackzettel, Blatt 3/3, Irisprint auf Papier, 40 x 60 cm Wien 2007