Salon für Kunstbuch

 

 


Diskrete Teilmenge 2



Diskrete Teilmenge

 
 
Cross-Section 8 - 12
Irisdruck auf chlorfreiem Büttenpapier
Format 40 × 60 cm
Auflage: 1 von 6
Wien, Januar 2017
 
 
Eine diskrete Menge von dreidimensionalen Abtastpunkten als Punktwolke.
Die Koordinaten werden aus den Winkeln und der Entfernung in Bezug zum Ursprung ermittelt.

Historisch betrachtet wird unter einem Salon die Versammlung von intellektuell, sozial, politisch und kulturell Produktiven in privater Atmosphäre verstanden.

Diese finden sich auf Einladung durch inspirierende Gastgeber_Innen zusammen,
teils, um sich zu amüsieren, teils, um durch Darbietungen und Konversation ihren Geschmack zu verfeinern und ihr Wissen zu erweitern. Im Salon kommen Dilettanten, Könner und Kenner miteinander ins Gespräch, die Grundhaltung, für alle denken zu wollen, hat dabei viele Salons ausgezeichnet.

Zuweilen wurden auch eigene Regeln abgestimmt, um eine Balance zwischen Geben und Nehmen zu gewährleisten. Die mittel- und langfristigen Folgen der Salonkultur für die Enstehung einer zivilen politischen Kultur verlaufen vielschichtig und bieten Anlass zu engagierten Debatten bis in die Gegenwart.

Im zeitgenössischen Kunstgeschehen finden sich Formen des spielerischen Umgangs mit den Resten und Versatzstücken der Salonkultur.
Die Raumkoordinaten sind gleichzeitig mit Einzelelementen als modellgetreue
1:1-Informationswolke erfasst und können in verschiedene Materialen remodelliert werden.

 

         


Bernhard Cella, Diskrete Teilmenge, Cross-Section 6, iris print on acid-free paper; 30 × 45 cm, Vienna, May 2010. Spacial coordinates and singular elements are captured as a digital scatterplot. It corresponds to the 1:1 model of a bookstore to be moulded in various materials. In mathematics, a ‘discrete topology given on a set defines all subsets as open sets.’

 

 

  In a historical perspective, a Salon is an assembly of intellectual, social, political, and cultural protagonists in private atmosphere. In Salons, dilettants, masters and experts engaged into mutual discussion. An attitude of ‘reasoning for all’, in French: penser à tous,

 

 

has marked many Salons. Sometimes, rules would be followed in order to provide a balance between giving and receiving. Playful re-enactments of established or discrete elements of Salon culture are found as essential parts of contemporary art scenes. 

 

 


In the mid-term and long-term, the chain-of-events caused by Salons for the emergence of civil society form a complex weave and provide grounds for engaged discussions until the present day.


Bernhard Cella, Diskrete Teilmenge, Cross-Section 8 -12, Vienna, Januar2017.