Methodisch basieren die Arbeiten von Bernhard Cella auf der Entscheidung

 



 


Andreas Spiegl
 
Methodisch basieren die Arbeiten von Bernhard Cella auf der Entscheidung, die künstlerische Praxis immer in einem  Koordinatensystem zu entwickeln, das die Rolle der Autorschaft genauso berücksichtigt wie die Kooperation mit Partnern, die an der möglichen Umsetzung teilhaben. Was dann als Werk erscheint – sei es  Salon für Kunstbuch, eine Videoinstallation oder ein Kunstprojekt, verdankt sich einem partizipativen Prozess. Wesentlich ist bei Cella, dass diese Partizipation nicht auf die bloße Einbindung von Öffentlichkeit abzielt, sondern auf das Exponieren von Kunst als sozialem Prozess – wenn man so will: zur Diskussion steht das öffentliche Streben nach Öffentlichkeit selbst. Cella wählt für seine Projekte Motive und Methoden, die schon per se auf Öffentlichkeit abzielen: ist es hier das Buch, das präsentiert und über seinen Kunstbuchsalon vermittelt werden will, so ist es da ein Kunstwerk oder schlicht eine Form den Alltag zu verbringen, die aus der Perspektive der Teilhabenden von öffentlichem Interesse sein könnten. In diesem Sinne erlaubt sich Cella, das Streben nach Öffentlichkeit  als konstitutive soziale Figur zu begreifen  und für dieses »Material« sozialer und politischer Natur eine je spezifische Struktur zu entwerfen, die ihm gestattet, gewissermaßen einer Ästhetik des Sozialen nachzuspüren.
 

 

 

 

 

         


 

 

Bernhard Cella: Models lesen Kunsttheorie, Adia / Model liest aus Concerning War: A Critical Reader, Wien 2010