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Artic 11/05 Quecksilber



Einband aus Plastikfolie, Schwefel und Zinnober-Pigment,

Auszug aus dem Editorial
Herr A.:
„Dieses Museum gleicht vergossenem Quecksilber. Jedes Bild ist eine Welt für sich, die Eindruck hinterlässt. Aber treffen die Werke aufeinander, stoßen sie sich ab, fliehen die Nachbarschaft. Wo bleibt da das Gemeinsame, das Verbindende, das aus dem individuell Geschauten einen Stein im großen Zeitmosaik werden lässt?“

Begleiter:
"Die reine Lebensfreude: Tabus gibt es nicht mehr. Jeder Einzelne weist dem Heiligen und Niedrigen seinen Rang zu. Es ist herrlich: Netzstrümpfe, der Ring im Ohr, Nadelstreifen oder Kapuzenjacken: Nichts gibt endgültig Aufschluss und die biedersten Hausfrauen lassen sich von ihrem T-Shirt ‚Schlampe’ nennen.“

Die Frau aus der anderen Zeit:
„Meine Herren, was soll ich von diesem Nachmittag halten. Erst werde ich in ein Museum geführt, das mehr bietet, als einem gesunden Verstand zuträglich ist. Dann möchte ich ein Kleid kaufen und soll mich plötzlich entscheiden, ob diese Welt die beste aller Möglichen oder doch vielleicht die Vorhölle ist. Dabei erscheinen mir Hermessprünge unschicklich und um eine Vergiftung der Gesellschaft zu diagnostizieren, fehlen mir die medizinischen Kenntnisse.
Mir scheint, dass es hier wie zu allen Zeiten auf die Deutung ankommt. Und je mehr ich darüber nachdenke, ist genau dies der Punkt, auf den Sie beide zustreben. Deshalb werde ich in diesem Wettstreit weder Sieger noch Besiegte zulassen. – Meine Herren, wo werden wir am heutigen Abend speisen?“